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16.01.2008

22:54 Uhr

Schlussbericht Wall Street

US-Börsen setzen Talfahrt fort

Nach den herben Verlusten vom Vortag haben die US-Aktienmärkte auch am Mittwoch im Minus geschlossen. Enttäuschende Geschäftszahlen von Intel schürten erneut die Furcht vor einer Rezession. Im Sog des weltgrößten Chipherstellers büßten vor allem Technologiewerte ein, der Technologie-Index Nasdaq verlor fast ein Prozent.

Ein Händler an der Wall Street: Die US-Börsen geben weiter nach. Foto: Archiv Quelle: ap

Ein Händler an der Wall Street: Die US-Börsen geben weiter nach. Foto: Archiv

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben am Mittwoch nach den herben Verlusten vom Vortag ihre Talfahrt fortgesetzt. Enttäuschende Geschäftszahlen von Intel schürten erneut die Furcht vor einer Rezession. Die Skepsis des weltgrößten Chipherstellers zog viele Technologiewerte tief ins Minus, da diese bislang im Strudel der Hypothekenkrise als sicherer Hafen galten. Einen Lichtblick lieferte dagegen die Investmentbank JPMorgan Chase, die trotz der Hypothekenkrise einen relativ hohen Gewinn erwirtschaftet hat.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte schloss 0,28 Prozent tiefer bei 12 466 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 12 392 und 12 613 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,56 Prozent auf 1 373 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq rutschte um 0,95 Prozent auf 2394 Punkte ab. In Deutschland war der Dax zuvor um 1,3 Prozent tiefer bei 7 472 Zählern aus dem Handel gegangen.

Intel -Papiere brachen um 12,4 Prozent ein. Der Chiphersteller vermeldete zwar einen Rekordumsatz und einen kräftigen Gewinnzuwachs, blieb aber dennoch hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Zudem erschreckte Intel die Anleger mit einem zurückhaltenden Ausblick. Zu den Verlierern gehörten auch die Papiere von Apple mit einem Abschlag von 5,6 Prozent, nachdem Firmenchef Steve Jobs bei seiner Vorstellung neuer Produkte am Dienstag große Überraschungen schuldig geblieben war.

Es gebe immer noch viele Technologieaktien auf hohem Niveau, die nun verstärkt verkauft würden, sagte Michael James von Wedbush Morgan in Los Angeles. Die Leute wollten angesichts der anhaltenden Sorgen über eine schwächere Wirtschaft ihr Kapital retten. Nach Einschätzung der US -Notenbank Fed verlor die US-Wirtschaft zum Jahresende an Schwung. Die Wirtschaftsleistung habe zwar weiter zugelegt, jedoch in einem moderateren Tempo, hieß es im Konjunkturbericht "Beige Book", der im Handelsverlauf veröffentlicht wurde. Zuvor hatte ein Regierungsbericht gezeigt, dass die US-Verbraucher im Dezember nur moderate Preissteigerungen hinnehmen mussten. Im gesamten Jahr stiegen die Preise jedoch so stark wie seit 17 Jahren nicht mehr.

Oracle -Aktien konnten gegen den Trend 2,9 Prozent zulegen, nachdem der Software-Gigant die Übernahme seines Konkurrenten BEA Systems für 8,5 Mrd. Dollar angekündigt hatte. Dessen Aktien schnellten um 18,5 Prozent in die Höhe und bewegten sich damit auf den vereinbarten Kaufpreis zu.

An der Spitze des Dow Jones lag die drittgrößte US-Bank JPMorgan Chase. Der Titel schoss um 5,8 Prozent auf 41,43 Dollar in die Höhe. Zwar brach der Gewinn zuletzt um gut ein Drittel ein, aber die Bank überstand die Kreditkrise bisher besser als die meisten Wettbewerber. Auch die Investmentbank Merrill Lynch zählte mit plus 3,9 Prozent auf 55,09 Dollar zu den Gewinnern. Die Bank legt an diesem Donnerstag ihre Bilanz vor - neue Milliardenabschreibungen und ein Stellenabbau werden erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,1 Mrd. Aktien den Besitzer. 1600 Werte legten zu, 1566 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,46 Mrd. Aktien 1630 im Plus, 1360 im Minus und 111 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 12/32 auf 104-8/32. Sie rentierten mit 3,727 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 31/32 auf 110-31/32 und hatten eine Rendite von 4,334 Prozent.

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