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08.08.2011

20:59 Uhr

Schuldenkrise

Griechische Börsenaufsicht stoppt Spekulanten

Mit Leerverkäufen wetten Investoren auf fallende Kurse und profitieren so vom Abwärtstrend einer Aktie. Jetzt hat die griechische Börsenaufsicht diese Spekulationsart verboten. Zumindest vorübergehend.

Die Athener Börse hat Leerverkäufe für die kommenden zwei Monate untersagt. Quelle: dapd

Die Athener Börse hat Leerverkäufe für die kommenden zwei Monate untersagt.

AthenAn der Athener Börse sind nach massiven Kursverlusten Leerverkäufe vorübergehend verboten. Ab Dienstag dürften für zwei Monate lang keine derartigen Geschäfte getätigt werden, kündigte die Börsenaufsicht des krisengeschüttelten Eurolandes am Montag an. Die Aktienkurse an der Athener Börse waren zu Wochenbeginn auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Der griechische Leitindex setzte am ersten Handelstag nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit seinen Abwärtstrend um sechs Prozent fort.

Seit Jahresbeginn ist die Börse in Athen um knapp 30 Prozent abgerutscht. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte den USA die Bestnote am Freitag entzogen und mit dem Schritt die Turbulenzen an den Finanzmärkten weltweit verstärkt.

In anderen europäischen Ländern peilen die Behörden dagegen kein Verbot von Leerverkäufen an. Aus Kreisen der Mailänder Börsenaufsicht Consob hieß es, dass Italien keine Pläne für ein Verbot habe. Die französische Börsenaufsicht AMF geht nach Angaben eines Sprechers ebenfalls davon aus, dass ein solcher Schritt derzeit nicht notwendig ist. Auch in Portugal erwägt die Aufsicht keine Änderung des Regelwerks.

Leerverkäufe können Kursausschläge einer Aktie drastisch beschleunigen. Investoren wie Hedge-Fonds wetten dabei auf fallende Kurse. Sie leihen sich etwa Aktien, verkaufen diese und versuchen, sich anschließend billiger wieder damit einzudecken.

Ungedeckte Leerverkäufe von Aktien und von Staatsanleihen von Euro-Ländern sind seit vergangenem Sommer in Deutschland per Gesetz ganz verboten. Bei derartigen Geschäften haben Investoren die verkauften Papiere sich noch nicht einmal geliehen, was die Risiken noch erhöht.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Muellhebler

08.08.2011, 21:05 Uhr

Wieso Spekulanten? Wenn ich Müll an einen Mülliebhaber verkaufe im sichern Wissen, den Müll später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen zu können, ist das ein reeles Geschäft mit Müll, aber keine Spekulation.

Blinse

08.08.2011, 21:24 Uhr

Wenn du Müll verkaufst, den du nicht hast (=Leerverkauf), was willst du dann später zurückkaufen? Fazit: So, wie du es beschreibst, ist es kein reelles Geschäft!

Bin mir nicht sicher, aber ich glaube, Leerverkäufe sind eine Erfindung der USA. Es bleibt dabei: Gehört verboten!

Account gelöscht!

08.08.2011, 21:50 Uhr

Es wird aber nichts bringen Leerverkäufe allgemein zu verbieten. Da sollte schon unterschieden werden. Spekulanten bringen Liquidität in den Markt, das sollte nicht vergessen werden. Ein Markt der nicht liquide ist, ist wesentlich anfälliger für schwere Crashs. Short-Eindeckungen stützen den Markt zumindest kurzfristig.

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