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04.01.2012

13:00 Uhr

Schuldenkrise

Investoren flüchten aus Ungarn

Ausfallversicherungen für ungarische Staatsanleihen schießen hoch, und die Währung stürzt ab. Ohne Hilfe von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit.

Neu geprägte 200 Forint Münzen in Budapest. dpa

Neu geprägte 200 Forint Münzen in Budapest.

Frankfurt Der Kurs der ungarischen Regierung hat am Mittwoch die Furcht vieler Anleger vor einer Zahlungsunfähigkeit des Landes geschürt. Wegen umstrittener Verfassungsänderungen wollen derzeit weder die Europäische Union noch der Internationale Währungsfonds die Verhandlungen über Hilfskredite wieder aufnehmen. Vielmehr erwägt die EU die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Budapest, wie am Dienstag in Brüssel bekannt wurde. IWF-Chefin Christine Lagarde wird am 11. Januar einen Abgesandten der Regierung zu „informellen Sondierungen“ empfangen. Doch ohne Beteiligung der EU wird sich auch der IWF nicht auf Kredit-Verhandlungen mit Ungarn einlassen, betonten Analysten.

Ungarn benötigt aber dringend frisches Geld, um die eigenen Finanzmärkte zu stützen. Viele ungarische Lokalregierungen und Privatleute, die in den vergangenen Jahren Fremdwährungskredite aufgenommen haben, sind wegen des rapiden Kursverfalls des Forint überschuldet. Die Absicherung eines zehn Millionen Forint schweren Pakets ungarischer Staatsanleihen per Credit Default Swap (CDS) verteuerte sich am Mittwoch um 39.000 auf 686.000 Forint.

Damit markierten die Versicherungsprämien den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Parallel dazu stiegen die Risiko-Aufschläge für die auf Dollar lautenden Staatspapiere um 39 auf 677 Basispunkte - ebenfalls ein Höchststand. Im Gegenzug rutschte der Leitindex der Budapester Aktienbörse um 2,2 Prozent ab.

Auch die ungarische Währung setzte ihre Talfahrt fort. Vor dem Hintergrund der unberechenbaren Wirtschaftspolitik der Regierung des Rechts-Nationalisten Viktor Orban fiel die Währung des Donaulandes am Mittwoch auf einen historischen Tiefststand gegenüber dem Euro. Auf den Märkten waren in den Vormittagsstunden für einen Euro bis zu 319,81 Forint zu bezahlen. Analysten begründeten den Kurssturz mit der Ungewissheit über einen von Ungarn dringend benötigten Notkredit von Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU).

Am Dienstag waren in Budapest Meldungen aus Insider-Kreisen aufgetaucht, wonach die Regierung Orban in Wirklichkeit gar keinen - mit strengen Auflagen verknüpften - IWF-Kredit mehr anstrebe, sondern die Staatsschulden über den Zugriff auf die Devisenreserven der Nationalbank finanzieren möchte. Ein Regierungssprecher hatte diese Spekulationen umgehend dementiert.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

04.01.2012, 13:46 Uhr

Ach ja,man kann den Karren auch mit vollem Bewußtsein an die Wand fahren.

Account gelöscht!

04.01.2012, 13:50 Uhr

Also doch keine "EURO"-Krise. Liegts vielleicht am System und nicht an der Währung??

karstenberwanger

04.01.2012, 14:00 Uhr

Dieser ganze Wahnsinn ist wie schon Anfangs vorausgesagt wurde, im Eimer und zwar nach wie vor. Man kann nicht zig Länder wie sie teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, in einen Topf werfen und glauben es käme eine Einheitsbrühe dabei raus. Die gesamte EU ist der grösste Dreck und die Exporte nach wie vor deshalb so doll weil wir anderen erst mal die Kohle schicken damit die unseren Dreck importieren. Die Köche dieser elenden DemokratieAbbaustelle und des Verrats an Bürgerinnen und Bürgern gehören haftbar gemacht oder inzwischen..... ich sags besser nicht! Während dieser Wahnsinn andauert geht die Propagandamaschine los und erzählt den Leuten die bald nicht mehr wissen wie sie was bezahlen sollen, dass wir Jobwunder und Aufschwung hätten...Ach ja....und nie jemand eine Mauer bauen wollte!

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