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21.11.2011

09:57 Uhr

Schuldenkrise

Investoren gewähren keine Atempause

Der Regierungswechsel in Madrid wird an den Märkten wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dass die Politik die Schuldenkrise in den Griff bekommt, erwarten Investoren jedoch nicht. Die ganze Hoffnung ruht auf einem Italiener.

Börse in Madrid: Seit Jahresbeginn sind die Kurse um 15 Prozent gefallen. dpa

Börse in Madrid: Seit Jahresbeginn sind die Kurse um 15 Prozent gefallen.

DüsseldorfDer Erdrutschsieg der oppositionellen Konservativen bei der Parlamentswahl in Spanien wird an den Märkten wohlwollend zur Kenntnis genommen. Immerhin könnte die neue Regierung nötige Reformen zum Abbau des Schuldenbergs schneller durchsetzen. Der künftige Ministerpräsident Mariano Rajoy hat seine Landsleute bereits auf weitere Entbehrungen eingeschworen. "Ich bitte Euch alle, mir weiterhin zu helfen. Schwere Zeiten stehen bevor", sagte Rajoy am Sonntagabend vor jubelnden Anhängern in der Parteizentrale in Madrid. Im Kampf gegen die Schuldenkrise dürfe aber niemand Wunder erwarten.

Wunder erwartet an den Finanzmärkten ohnehin niemand mehr. Viele Investoren bezweifeln, dass die Regierung - egal von welcher Partei sie gestellt wird - überhaupt noch etwas ausrichten kann. Hinzu kommt die Befürchtung, dass nun auch größere Volkswirtschaften in der Euro-Zone Probleme an den Anleihemärkten bekommen könnten.

Der Tag an den Märkten (Stand 16.55 Uhr)

Dax

- 0,23 Prozent

Euro-Stoxx 50

- 0,2 Prozent

Dow Jones

- 2,1 Prozent (23. November)

Nikkei

- 0,06 Prozent (Schlussstand)

Euro

1,333 Dollar (- 0,08 Prozent)

Gold

1.681 Dollar (- 0,8 Prozent)

Öl (Brent)

107,49 Dollar (+ 0,96 Prozent)

Die Renditen für zehnjährige Anleihen aus Spanien stiegen am Montagmorgen um 18 Basispunkte auf 6,67 Prozent. Für italienische Anleihen lag die Rendite acht Basispunkte höher bei 6,71 Prozent.

Marcel Bross, Analyst bei der Commerzbank, fürchtet speziell für Italiens Anleihen einen Käuferstreik. Allein durch diese Aussicht sei die „nächste Krisenphase bereits eingeläutet, nämlich Risse im Kern der Euro-Zone.“ Die Risikoprämie für französische Staatsbonds kletterte auf bis zu zwei Prozentpunkte. Selbst die Renditen französischer, niederländischer, österreichischer und finnischer Staatsanleihen stiegen in der vergangenen Woche so deutlich über die deutscher Bundesanleihen wie noch nie seit Bestehen des Euros.

Die Hoffnungen der Börsianer richten sich jetzt zunehmend darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in noch größerem Umfang als bisher Staatsanleihen der kriselnden Euro-Länder kauft, um deren Kurse zu stützen. Nur die EZB könne schnell handeln und den Investoren die Unsicherheit darüber nehmen, ob die Politik tatsächlich dazu stehe, die Euro-Zone auf jeden Fall zu erhalten, meint Frédéric Buzaré, Leiter des Aktienbereichs bei der Fondsgesellschaft Dexia Asset Management. Für Alexander Lukas, Stratege bei der Weberbank, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis dahin, dass die Notenbank massiver als bisher Staatsanleihen kaufen wird.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

21.11.2011, 08:08 Uhr

Solange Politik-Amateuere versuchen die Wirtschaft zu steuern, kann dabei nur Schiffbruch herauskommen. Und darauf warten oder besser gesagt machen die Spekulanten ihr Vermoegen. Leichter kann man es den "Maerkten" nicht machen. Bis Schaeuble und Co. das merken ist der Zug schon abgefahren.

mono

21.11.2011, 08:41 Uhr

Regierungswechsel zu Gunsten der Konservativen, mmh. Sei vorsichtig was Du Dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen!

webpro

21.11.2011, 09:35 Uhr

Was soll der Mist, wir leben in Europa (genauso die USA) unter dem Diktat der ungebrochenen Investmentbankenmacht, welche sich unsere Politiker schon lange gekauft haben.

Die Banken sitzen noch immer auf Ihrem selbstverzapften Schrottpapieren, die Staaten drucken weiter fleissig Geld, ob das Kind nun Eurobonds oder Anleihenkauf oder Risikoübernahme heisst, ist egal.

Bürger schützt eure Werte, helft euch selbst, von "oben" habt ihr keine Hilfe zu erwarten.

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