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12.04.2012

12:35 Uhr

Schuldenkrise ist zurück

Investoren rufen schon wieder nach der EZB

VonAndrea Cünnen, Jörg Hackhausen , Christian Vits

Italien muss deutlich mehr Zinsen zahlen, um an Geld zu kommen. Auch Spanien wird von der Schuldenkrise eingeholt. Die Investoren hoffen, dass es die EZB richten wird. Doch deren Einfluss schwindet.

Italien und Spanien müssen wieder mehr Zinsen bieten, um an Geld zu kommen.

Italien und Spanien müssen wieder mehr Zinsen bieten, um an Geld zu kommen.

Frankfurt, DüsseldorfDie Schuldenkrise schlägt zurück: Nachdem die Investoren Griechenland und Portugal bereits abgeschrieben haben, knöpfen sie sich nun Italien und Spanien vor. „Wir haben zwar noch keine systemische Krise wie im November, aber die Entwicklung an den Anleihemärkten in Italien und Spanien ist wieder bedrohlich“, sagt Peter Schaffrik, leitender Zinsstratege bei der Royal Bank of Canada.


Wie sehr sich die Lage zugespitzt, zeigt die heutige Anleiheauktion der Italiener. Das Ergebnis des Tests lässt sich als „gerade noch so bestanden“ werten. Ingesamt wollten die Italiener mit neuen Anleihen fünf bis sechs Milliarden Euro einnehmen – das haben sie gerade so geschafft, allerdings zu deutlich höheren Zinsen. „Die Auktion war nicht überragend, aber auch kein Desaster,“ sagte HSBC-Analyst Sebastian von Koss.

Die durchschnittliche Rendite für Papiere mit Laufzeit bis März 2015 lag bei 3,89 Prozent, nach zuletzt 2,76 Prozent. Es war der höchste Wert seit Mitte Januar. Von diesem Bond setzte Italien rund 2,9 Milliarden Euro ab. Zudem wurden mehrere Anleihen mit Laufzeiten über drei, acht und elf Jahren im geplanten Volumen von zwei Milliarden Euro aufgestockt. Insgesamt nahm das hoch verschuldete Land knapp 4,9 Milliarden Euro ein.

Die Emissionen waren am Finanzmarkt mit Spannung erwartet worden. Italien war zuletzt wie Spanien wieder stärker in den Fokus der Finanzmärkte gerückt. Die Refinanzierungskosten beider Staaten hatten sich wieder erhöht und für Nervosität an den Märkten gesorgt. „Die Finanzierungsbedingungen für die Peripherie werden härter“, betonte Zinsstratege Michael Leister von der DZ Bank.

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Die Risikoprämien – die Renditeabstände zu Bundesanleihen – sind in den vergangenen Tagen kräftig gestiegen. Italienische und spanische Renditen für zehnjährige Papiere notierten zeitweise in Reichweite der Sechs-Prozent-Marke, am Donnerstag fielen die Renditen leicht. „Die Märkte haben offenbar noch nicht vollständig antizipiert, dass der Reformprozess in den Peripherieländern ein schmerzhafter Weg ist und mit Rückschlägen verbunden sein kann“, sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank.

Kommentare (31)

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12.04.2012, 12:52 Uhr

Komisch alles oder nicht? Mir kommt es so vor als ob jemand erstaunt sagen würde "Stellt Euch vor, im Dezember könnte es kalt werden!".

Der Euro und die ganze Politik sind ein Witz und der dumme Schafsbürger wirds teuer bezahlen wenn das Ding crasht...und es wird crashen, so sicher wie es im Dezember kalt werden wird. Noch halten die Hochstapler und Betrüger der Politik das Ding künstlich am leben aber irgendwann ist Schluss.

Petra

12.04.2012, 12:59 Uhr

Spanien, Italien und Protugal kommen an einem Schuldenschnitt nicht vorbei! Angewandte Mathematik der Grundschule! Alles andere ist "Schönrechnerei" und "Schönrederei" um das Volk, speziell das Deutsche zu beruhigen!

Deutscher_Michel

12.04.2012, 13:04 Uhr

Ja ja, der dt. Schafsbürger muß bezahlen: wieviel ist denn dem dt. Staat und somit seinen Schafen bereits durch die Krise zugeflossen (niedriger EUR, hohe Exporte, höhere Steuereinnahmen, geringe AL, niedriges und unverdientes Zinsniveau). Aber klar, WIR müssen für alle bezahlen....
Ein Strukturwandel benötigt Zeit - Spanien steckt mitten in einem Strukturwandel. In Italien wurden Reformen auf den Weg gebracht - lasst sie doch einmal wirken und schaut nach Irland, das auf dem besten Wege ist zu gesunden und erinnert Euch an die Zeiten nach der Wende als in Dt. der Bausektor überdimensioniert war.
Stellt Euch doch einmal die Frage, was mit der dt. Ökonomie passieren würde, wenn die EUR-Zone auseinanderfliegt. Könnte interessant sein...

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