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28.11.2011

08:25 Uhr

Schuldenkrise

Moody's sieht Ratings aller EU-Staaten kritisch

Die Eskalation der europäischen Schuldenkrise und die Finanzierungsprobleme von Banken bedrohen nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's die Bonität aller europäischen Länder.

Ein-Euro-Münzen liegen auf einer Flagge der EU. dapd

Ein-Euro-Münzen liegen auf einer Flagge der EU.

SidneyDie Bonitätswächter erklärten am Montag, sie gingen zwar generell weiter davon aus, dass es im Euro-Raum nicht zu einer umfassenden Zahl an Staatspleiten komme. Aber selbst bei diesem „positiven“ Szenario seien negative Auswirkungen auf die Ratings zu befürchten. Die „institutionellen Schwächen“ tragen laut Moody's dazu bei, dass die Krise bislang nicht überwunden werden konnte.

Die Umsetzung eines effektiven Plans der Politik zur Lösung der Krise könnte erst nach einer Serie von Schocks möglich sein. Das könnte wiederum dazu führen, dass weitere Länder vom Kapitalnachschub an den Finanzmärkten abgeschnitten wären und weitere Hilfsprogramme nötig wären, warnte die Agentur.

In den vergangenen Wochen waren die Ratings europäischer Staaten wieder stärker unter Druck geraten. Am Donnerstag hatte Fitch Portugal auf Ramsch-Niveau zurückgestuft, am Freitag stufte Moody's Ungarn runter und Standard & Poor's senkte die Bonitätsnote für Belgien.

Moody's erhöhte den Druck auf die europäischen Politiker: Ohne Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte würden die Kreditrisiken weiter steigen. Die Politik müsse schnell handeln, um das Vertrauen zurückzugewinnen: "Ohne größere politische Initiativen werden wir an einen Punkt kommen, an dem wir die Ratings der Euro-Zone als Ganzes auf den Prüfstand stellen müssen", teilte Moody's mit. Dies könne bereits im ersten Quartal 2012 passieren.


Kommentare (19)

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28.11.2011, 07:12 Uhr

"aller EU-Staaten" klingt nach Finale.

Ich denke, Europa stellt sich Moody´s.

Machiavelli

28.11.2011, 07:57 Uhr

Ob Finale oder Intermezzo hängt von uns ab.
Die Schwachstelle der Eurozone ist dass man versucht eine Währungsunion in Kombination mit einer horizontalen Arbeitsteilung zu organisieren, ohne zentrale Steuerbehörde.
Man stelle sich vor in den USA würde es keine Zentrale Steuerbehörde mit staatsübergreifenden Kompetenzen geben, das würde auch nicht funktionieren. Eine Umverteilung des Volkseinkommen und Harmonisierung des Lebensstandards innerhalb der USA wird als wichtiger Nebeneffekt erreicht. Diese Behörde fehlt in der Eurozone.

AdamRies

28.11.2011, 08:03 Uhr

An einer Fiskalunion oder Wirtschaftsregierung für die Eurozone führt kein Weg vorbei. Es muss in erster Linie eine Konvergenz der Wirtschaften innerhalb der Eurozone erreicht werden. Angestrebt, gewollt und wünschenswert war eine Konvergenz. Was wir z.Z. erleben ist aber gerade das Gegenteil.Es geht also darum den besten Weg dahin zu finden.
Dazu sind Vorschläge willkommen, aber nur zum Thema Konvergenz. Alles andere sind Ablenkungsmanöver um den Status-quo so lange wie möglich zu erhalten, weil für Deutschland vom Vorteil. Die einzige Alternative zur Konvergenz für Deutschland ist ein Austritt aus der EU insgesamt. Deutschland muss sich jetzt entscheiden.
Eine Geiselnahme wirtschaftlichschwachen Euroländern durch das Kapital (Elite-Bonds) darf aber aber nicht stattfinden.

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