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20.09.2011

07:37 Uhr

Schuldenkrise

Standard & Poor's straft Italien ab

Neuer Nackenschlag in der Schuldenkrise: Standard & Poor's zweifelt an Italiens Sparbemühungen. Die Ratingagentur stuft die Bonität des Landes herab. Die Reaktion an den Märkten folgt prompt.

Standard & Poor's verpasst Silvio Berlusconi die Quittung. Reuters

Standard & Poor's verpasst Silvio Berlusconi die Quittung.

Washington/London/New York Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) verpasst Italien eine schlechtere Bonitätsnote. Mitten in der Zitterpartie um neue Finanzhilfen für das von der Pleite bedrohte Griechenland nährt die Herabstufung die Angst vor einem Übergreifen der Krise auf andere Staaten. An den asiatischen Devisenmärkten gab der Euro am Dienstag um über einen halben US-Cent nach auf 1,3610 Dollar . Die Tokioter Börse fiel im frühen Handel um 1,4 Prozent.

Die S&P-Experten begründeten ihren Schritt mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Diese würden auch durch das Reformprogramm der italienischen Regierung nicht entscheidend verbessert. S&P verwies auf die fragile Regierungskoalition in Rom und die politischen Differenzen im Parlament. „Wir glauben, dass das reduzierte Tempo von Italiens wirtschaftlicher Aktivität die revidierten Finanzziele der Regierung schwer erreichbar macht“, konstatierten die Experten. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird Regierungskreisen zufolge ihre Konjunkturprognosen für dieses und das kommende Jahr senken. Ein Sparpaket im Volumen von knapp 60 Milliarden Euro soll dazu beitragen, dass Italien bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt erreicht.

Die Agentur hat aber Zweifel, ob das Programm wirklich umgesetzt wird. „Wir glauben, dass die bisher reduzierte Geschwindigkeit von Italiens wirtschaftlicher Aktivität es schwer machen wird, die überarbeiteten Haushaltsziele der Regierung zu erreichen“, teilte Standard & Poor's mit. Die Agentur nannte dabei eine niedrige Beschäftigungsquote, einen ineffizienten öffentlicher Sektor und geringe Investitionen aus dem Ausland. „Aus unserer Sicht scheut sich die Regierung davor, diese Fragen anzugehen“, erklärte die Agentur mit Blick auf fehlende Strukturreformen.

Im schlimmsten Szenario geht Standard & Poor's davon aus aus, dass Italien 2012 in eine Rezession gerät. Die Wirtschaftsleistung würde dabei um 0,6 Prozent sinken, gefolgt von einer „bescheidenen Erholung“ in den Jahren 2013 und 2014.

Die langfristige Kreditwürdigkeit des Landes wird von S&P nun nur noch mit der Note „A“ bewertet, das ist eine Stufe niedriger als die bisherige Note „A+“. Der Ausblick für die weitere Bewertung bleibe negativ, teilte die Agentur mit.

Kommentare (30)

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PikAs

20.09.2011, 02:55 Uhr

Wundert mich nicht!
Für mich stellt sich nur die Frage, wie lange es der Euro jetzt noch machen wird! Wie schnell wird es gehen? Wieviel Zeit bleibt noch, die Resteuros in Werthaltiges umzutauschen?

Account gelöscht!

20.09.2011, 03:15 Uhr

einfach lachhafte Anmaßung. Warum schert sich das Handelsblatt um so einen Propaganda-Mist?

lowabras

20.09.2011, 03:42 Uhr

Dass das Ende des Euro gekommen ist, ist wohl keine Frage mehr. Die Frage ist in der tat, wie lange es die massgeblichen Regierungen noch verzoegern koennen und wollen. Das kann sich aus diesem Grunde noch eine ganze Weile hinziehen, schliesslich muss fuer einen solchen Schritt einiges organisiert werden.
Sicher ist, dass bei einer solchen Zaessur wieder ein gehoeriger Reibach auf allen Ebenen gemacht wird, wie auf dem Hinweg auch! Somit sicher auch mit dem Wechselkurs bei der Rueckrechnung.
So bietet sich an, diese Zeit zu ueberbruecken mit einer stabilen Kruecke und da gibt es nur Eins, GOLD!
Das wird seit Wochen Tag und Nacht heruntergepruegelt von den grossen Playern, insbesondere durch die Zentralbanken, die ein Karusellgeschaeft betreiben und somit jeden Betrag einsetzen koennen, der notwendig ist, das Metall auf einem niedrigen Niveaau zu halten. Man kann das leicht sehen, wenn mehrmals am Tag ein Ausschlag von 10-30 $ nach unten kommt und dann Kleinanleger diese Differenz langsam wieder hochkaufen. Dieses Spiel wiederholt sich im Moment taeglich mehrmals. Damit bieten sich im Moment wieder reht guenstige Einstiegs- und Nachkaufsmoeglichkeiten. Ab dem Tag, an dem dann jedem klar wird, dass der Euro kollabiert, wird es jedoch keinen wirklichen Halt mehr vor einer Explossion nach oben mehr geben.

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