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24.10.2011

10:26 Uhr

Schuldenschnitt-Debatte

Griechische Bankaktien stürzen ins Bodenlose

Die Talfahrt griechischer Bankaktien hat sich am Tag nach dem Euro-Gipfel noch einmal massiv beschleunigt. Die Erwartung eines drastischen Schuldenschnitts lassen die Titel des Sektors um ein Viertel einbrechen.

An der Athener Börse geht es kräftig abwärts. dapd

An der Athener Börse geht es kräftig abwärts.

AthenSpekulationen auf einen umfangreicheren Schuldenschnitt für Griechenland haben die Banken des Landes am Montag an der Börse auf Talfahrt geschickt. Die Anteilsscheine von Alpha Bank, Eurobank EFG & Co. brachen um bis zu 25 Prozent ein. Der griechische Bankenindex rutschte zeitweise um 13,5 Prozent ab . Das ist das größte Tagesminus seiner Geschichte. Der Athener Leitindex ASE stürzte um 4,5 Prozent auf weniger als 750 Punkte.

Bei einem diskutierten „Haircut“ von 40 bis 50 Prozent könnten einige Banken auf finanzielle Hilfen angewiesen sein, sagte Analystin Maria Kanellopoulou von Euroxx Securities. Seit Jahresbeginn haben die griechischen Banken zwischen 60 und 90 Prozent ihres Börsenwertes verloren. Derzeit sind sie insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Ungefähr die gleiche Summe erwirtschaftete Analystenprognosen zufolge die Deutsche Bank allein an Zinsüberschuss im dritten Quartal.

Am Anleihemarkt reagierten griechische Staatspapiere kaum auf den erwarteten Schuldenschnitt. Allerdings gilt ein hoher Forderungsverzicht hier seit Monaten als ausgemachte Sache. Zehnjährige griechische Staatsanleihen rentierten am Morgen nahezu unverändert mit 22,22 Prozent. Der Kurs lag gleichzeitig bei 39 Prozent. Ein Schuldenschnitt um 60 Prozent ist hier bereits eingepreist.

 

Kommentare (6)

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whisky

24.10.2011, 10:50 Uhr

Heiner Flassbeck: "Alle in Bedrängnis geratenen Länder der Eurozone haben nicht nur ein Schuldenproblem, sondern auch ein Wachstumsproblem. Sie haben kein Mittel, sich aus der Rezession zu lösen, sondern geraten wegen der Sparauflagen der Gläubiger immer tiefer hinein. Die Rückkehr zu Wachstum ist aber die Voraussetzung für eine dauerhafte Milderung des Schuldenproblems. Wenn ein Gläubiger nun großzügigerweise auf einen Teil seiner Forderungen verzichtet, ist das Wachstumsproblem in keiner Weise gelöst ..."
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/schulden-streichen-und-was-dann--50819476.html
s.a. nachdenkseiten.de

Account gelöscht!

24.10.2011, 11:07 Uhr

War zu erwarten...nichts Neues...schade um die Online-Tinte! Man sollte nicht noch zusaetzlich Krach machen, denn das "Wild" rennt schon aufgeschreckt durch die Gegend.

Smokie2011

24.10.2011, 11:11 Uhr

Ein Wachstumsproblem, wirklich niedlich ;) Kein Wunder, dass dies gerade aus der Badischen Zeitung kommt, die ja für ihre bedingungslose Wirtschaftsorientierung bekannt ist. Ganz ehrlich, bei den Schulden in der Euro-Zone hilft nur noch eines: Geld drucken. Und zwar viel. Man kann diese Schulden nur noch weginflationieren. Mal sehen, wann die schlauen Herren auch drauf kommen...

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