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30.12.2011

13:47 Uhr

Schuldensstaaten

Pimco hält europäische Anleihen für Schrott

VonAndrea Cünnen

Die Schuldenkrise wird Europa nicht so schnell loslassen. Für Italien oder Spanien dürfte es nicht leicht werden, Anleihen zu platzieren. Der weltgrößte Anleihe-Investor vergleicht die Bonds mit Subprime-Papieren.

Für Krisenländer wie Spanien, Italien, Portugal und Irland könnten Staatsanleihenplatzierungen auch im neuen Jahr zu Zitterpartien werden. dpa

Für Krisenländer wie Spanien, Italien, Portugal und Irland könnten Staatsanleihenplatzierungen auch im neuen Jahr zu Zitterpartien werden.

FrankfurtDie gute Nachricht vorweg: Die meisten Strategen erwarten, dass der Euro das Schicksalsjahr 2012 überleben wird. Die schlechte Nachricht: Bis dahin ist es ein weiter Weg. Für die angeschlagenen großen Euro-Länder Italien und auch Spanien dürften die nächsten Platzierungen von Staatsanleihen zur Zitterpartie werden.

Ein Manager des weltgrößten Anleihe-Investors Pimco kommt sogar zu dem Schluss, europäische Staatsanleihen hätten denselben Status wie Subprime-Hypothekenpapiere auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. "Es ist fast so wie 2008, als die US-Banken und Investoren nicht mit Beständen an Subprime-Hypotheken oder anderen so genannten faulen Anlagen gesehen werden wollten", sagte Anthony Crescenzi, Executive Vice President der amerikanischen Gesellschaft in einem Interview mit Bloomberg Radio.

"Was Europa versucht, ist eine Union, eine Eheschließung, eine Finanzgemeinschaft innerhalb eines Jahre zu formen", sagte Crescenzi weiter. "Man könnte sagen, sie schließen gerade einen Ehevertrag. Es gibt aber immer noch Unklarheit in der Frage, ob sie nun tatsächlich vor den Altar treten und Ja sagen werden."

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

In diesem Jahr haben die Politiker und Notenbanker in Italien, Portugal und Griechenland es nicht geschafft, die Anleger zu überzeugen. Im Gegenteil: In Griechenland ist ein Schuldenschnitt für private Gläubiger auf freiwilliger Basis ausgemachte Sache – entsprechend stürzten die Kurse der Bonds weiter ab. Auch portugiesische und italienische Anleihen machten Anlegern wenig Freude. In Spanien wird die Lage inzwischen wieder etwas besser gesehen – mit Spanien-Bonds erzielten Anleger unter dem Strich sogar leichte Gewinne. Ein Hoffnungszeichen für die Euro-Krisenländer ist Irland: Die Bonds des Landes, das vor gut einem Jahr unter den Rettungsschirm flüchtete, sind seit dem Sommer im Handel wieder gefragt.

„Da das Vertrauen in die Politik fehlt, werden die Finanzmärkte den Staaten zur Erledigung ihrer Hausaufgaben auch weiterhin nicht die notwendige Zeit geben“, sagt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Von daher sei der nächste Gang ins „wirtschaftspolitische Waffenarsenal“ wohl nur eine Frage der Zeit. Auch andere Experten sind überzeugt, dass es ohne weitere Hilfen der Politik nicht geht. Mittelfristig erwarten Investoren wie Detlev Kleis von UBS Global Asset Management aber, dass durch „Maßnahmen wie Strukturreformen auf EU-Ebene bis hin zu weiteren Staatsanleihekäufen durch die Europäische Zentralbank das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen werden kann“.

Die Allianz sieht keine Probleme mit Anleihen der Schuldenstaaten. Der designierte Allianz-Finanzvorstand Maximilian Zimmerer sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, der Anteil italienischer Staatsanleihen an den Kapitalanlagen der Allianz Lebensversicherung liege bei über zwei Prozent. „Hier sehe ich aber kein Ausfallrisiko. Ich halte die Zinsen sogar für hochattraktiv“, sagte Zimmerer.

Kommentare (7)

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Eierkuchen

30.12.2011, 12:13 Uhr

Aber hat Pimpco denn nicht das Interview mit Schäuble gelesen? Schnell nachholen. Die Schuldenkrise ist vorbei. Der Euro ist gut. Alle wird gut. Friede, Freude, Eurokuchen!

Account gelöscht!

30.12.2011, 14:22 Uhr

" Europäische Anleihen " wird es noch geben, wenn Pimco schon längst Schrott ist !

kermit59

30.12.2011, 16:07 Uhr

Schrott ist der Artikel, da die Überschrift suggerieren möchte, dass alle Euroanleihen Schrott sind. Ein Vice President ist nur max. zweite Liga. Eine Scallierung bei den fälligen Staatsanleihen fehlt, geht es um eine , zehn oder 100 Milliarden?

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