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12.09.2011

16:17 Uhr

Schuldenstaaten

Investoren erhöhen Druck - EZB hält dagegen

Seit eine Pleite Griechenlands nicht mehr ausgeschlossen wird, erhöht sich der Druck auf andere Wackelkandidaten: Anleger fordern für Bonds von Italien und Spanien höhere Risikoaufschläge. Die EZB steuert erneut dagegen.

Die Rendite für italienische Anleihen erreicht ein bedenklich hohes Niveau. dapd

Die Rendite für italienische Anleihen erreicht ein bedenklich hohes Niveau.

FrankfurtDie Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Italien und Spanien an den europäischen Anleihemärkten sind weiter gestiegen. Die Rendite für die richtungsweisende italienische Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg um 14 Basispunkte auf 5,51 Prozent. Die Papiere mit gleicher Laufzeit aus Spanien legten zwölf Basispunkte auf 5,24 Prozent zu.

Zum Vergleich: Die Rendite der als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen fiel um fünf Basispunkte auf 1,72 Prozent. Die Ängste um einen Zahlungsausfall von Griechenland haben den Bundesanleihen am Montag die niedrigste Rendite seit Bestehen der Eurozone eingebracht.

Zugleich stiegen die Kosten für eine Kreditausfallversicherung (CDS) für italienische Papiere kletterten um 38 Basispunkte auf ein Rekordhoch von 505 Basispunkten. Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 505.000 Euro. Auch portugiesische und spanische CDS legten deutlich zu. Die CDS für Griechenland schossen auf ein neues Rekordhoch. Fünfjährige Swaps zur Versicherung von zehn Millionen Euro an griechischen Staatsanleihen waren mit 3,950 Millionen Euro so teuer wie noch nie, wie der Datenanbieter Markit mitteilte.

Auch die Kurse griechischer Staatsanleihen setzten ihre Talfahrt fort. Zehnjährige Papiere notierten nur noch mit rund 41 Prozent ihres Nennwertes, die Rendite der Papiere sprang auf 20,40 Prozent.

Händler machten die verschärfte Schuldenkrise in der Eurozone für den Anstieg der Renditen und Risikoprämien verantwortlich. Die von Italien zuletzt beschlossenen Spar- und Reformmaßnahmen hätten die Märkte nicht beruhigt. So stiegen auch am Sekundärmarkt die Renditen für italienische Anleihen am Montag erneut.

Kommentare (25)

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palimpalim

12.09.2011, 12:03 Uhr

Die EZB wird durch illegale Sekundärmarktaufkäufe diesen Druck auf ein bequemes Niveau senken und so weiter unbegrenzt der südländischen Verschuldungskultur auf kosten des Deutschen Steuerzahlers am Bundestag vorbei vorschub leisten. Die deutsche Politik ist zu feige sich den Realitäten zu stellen und die Frage ist lediglich, bei welchem Anteil am BIP die hier fortgesetzt eingegangenen Verpflichtungen den deutschen Steuerzahler aufwachen lassen.

europa

12.09.2011, 12:36 Uhr

sparen die nicht genug :Italien oder Spanien ? Wo liegt das Problem wirklich .
Es ist die Unfaehigkeit der deutschen Regierung , Deutschland in ein gemeinsames Europa zu integrieren .


Pendler

12.09.2011, 12:47 Uhr

Die Ursache für das alles liegt darin, dass (auch) wir in Dt. ein zerstörtes Wertesystem haben. Anstatt unsere Leistungsträger zu verwöhnen und sie zu motivieren, dass sie sich wohl fühlen prügeln die Zecken immer wieder auf sie ein.

Wer in Dt. heute noch Geld hat, kommt sofort an den Pranger. Alles dreht sich nur noch um das Geld-Verteilen.

Kein Wunder, dass die Leistungsträger entweder abwandern, oder innerlich sich von der Gesellschaft lossagen. Unser Wohlstand beruht auf Pump (Schulden) und nicht auf echter Leistung.

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