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09.07.2013

21:05 Uhr

Schwache Wirtschaft

S&P stuft Italien herab

Nächster Schlag für Italien: Das Land wird von der Ratingagentur S&P schlechter bewertet. Der Ausblick bleibt negativ, es drohen höhere Kreditkosten. Die Regierung kann die Aktion nicht nachvollziehen.

Italien wurde herabgestuft – das Finanzministerium kritisiert die Entscheidung. dpa

Italien wurde herabgestuft – das Finanzministerium kritisiert die Entscheidung.

New YorkDie Ratingagentur S&P hat ihre Bonitätsnote für Italien gesenkt. Die Staatsanleihen der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone würden nun nur noch mit BBB bewertet nach zuvor BBB+, teilte die US-Agentur am Dienstag mit. Der Ausblick sei weiterhin negativ. Die Entscheidung sei im Lichte der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und den Problemen auf den Kreditmärkten gefallen.

Italien drohen damit künftig noch höhere Kosten für neue Kredite, weil ein schlechteres Rating den Investoren ein gestiegenes Ausfallrisiko signalisiert. Aus dem italienischen Finanzministerium verlautete, S&P beziehe sich bei der Herabstufung auf die vergangene Politik und berücksichtige die jüngst beschlossenen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft noch nicht. Insgesamt sei die Herabstufung und ihre Begründung daher nicht nachvollziehbar.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Italien befindet sich in der längsten Rezessionsphase seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeitslosigkeit ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte Anfang Juli den Konjunkturausblick für das Land. Demnach wird die italienische Wirtschaft 2013 wohl um 1,8 Prozent schrumpfen. Zuvor war der IWF von einem Minus von 1,5 Prozent ausgegangen.

Die italienische Zentralbank hatte der Regierung in Rom zuvor Fortschritte bei der Verringerung ihres Haushaltsdefizits bescheinigt. Die bisherigen Zahlen würden darauf hindeuten, dass das Loch in den öffentlichen Finanzen gemessen an den Kriterien der Europäischen Union in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen werde, sagte Zentralbank-Ökonom Andrea Brandolini bei einer Anhörung im Parlament.

Die Daten „scheinen im Einklang zu sein“ mit dem Ziel der Regierung, das Defizit in diesem Jahr auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verringern. Im vergangenen Jahr lag das italienische Haushaltsdefizit bei 3,0 Prozent, was der Defizitgrenze der EU entspricht.

Von

rtr

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

09.07.2013, 21:53 Uhr

Die Ratingagentur S&P hat die Wirtschaft in den Südländern unter die Lupe genommen. Ein Ende der Wirtschaftskrise ist in weiter Ferne gerückt. Die Talfahrt nimmt wieder Geschwindigkeit auf. Grund ist die fehlende Wettbewerbsfähigkeit die der Euro zementiert hat. Andere Südländer werden bestimmt ebenfalls bald herabgestuft.

Italien:
In Italien machen ganze Stadtzentren dicht. Im Euro-Krisenland Italien ist die Arbeitslosenquote im April 2013 auf den höchsten Stand seit 36 Jahren gestiegen. Die Arbeitslosenquote steigt auf 12 %.

Spanien:
Spanien hat einen Einbruch der Baubranche von ca. 95 % zu verkraften. Einstürzende Rohbauten wie z.B. in Seseña sind das Markenzeichen des Eurowahns. Ohne den Euro hätte sich die Baubranche nicht aufblähen können. Spanien steckt in einem Bau- und Reparaturstau der gesamten Infrastruktur. Hinzu kommt die hohe Jugendarbeitslosigkeit von über 53 %.

Frankreich:
Frankreich versinkt im Schuldensumpf. Die Staatsschulden des Landes sind auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Über 1,8 Billionen Euro betrugen die Schulden Frankreichs zum Ende des ersten Quartals. Eine Verschnaufpause ist nicht in Sicht. Steigende Arbeitslosigkeit und die Rezession werden den Trend in den kommenden Monaten noch zusätzlich verschärfen. Die Lage auf dem französischen Arbeitsmarkt hat sich im ersten Quartal 2013 verschlechtert. Mit 10,8 % steigend erreicht die Arbeitslosenquote damit den höchsten Wert seit 1998.

Griechenland und Zypern sind hoffnungslose Fälle.

Wo man hinschaut, seit dem der Euro eingeführt wurde geht es mit der Wirtschaft in den Südländern bergab.

Account gelöscht!

09.07.2013, 21:53 Uhr

Bloß noch 2 Stufen über Ramsch-Ei,Ei das geht nicht gut....

Malocher

09.07.2013, 21:57 Uhr

Hat S&P das Draghi-Prinzip nicht verstanden?

Man gebe Banken, welche sowieso schon über dem Jordan sind, extrem günstigen Kredit und diese kaufen davon dann Südanleihen.
Die "Euroretter" werden immer dafür sorgen, dass Italien keine zu hohen Zinsen zahlen muss, denn wenn Italien seine Zinsen nicht mehr zahlt, ist der Euro Geschichte und dann wären die Retter unbeliebt und arbeitslos.

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