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10.04.2006

12:50 Uhr

Schwächeres Wachstum

Der Euro Stoxx stößt an seine Grenzen

VonAchim Matzke

Der europäische Leitindex der Euro-Zone Euro Stoxx 50 wird im zweiten Quartal des Jahres voraussichtlich eine langsamere Gangart anschlagen. Die technische Analyse geht zurzeit von einem Hausse-Trend aus, der allerdings im vergleich zum vergangenen Quartal wesentlich schwächer ausfällt.

FRANKFURT. Der europäische Leitindex der Euro-Zone Euro Stoxx 50 befindet sich seit März 2003 - ausgehend von einem Kursniveau um 1 847 Punkte - in einer charttechnischen Aufwärtsbewegung. Nach einer zwischenzeitlichen Korrekturbewegung im ersten Halbjahr 2004, die den Index von 2 965 auf 2 560 Punkte zurückwarf, hat sich ein idealtypischer Hausse-Trend herausgebildet.

Dieser Trend, der jetzt bereits seit 21 Monaten besteht, wird durch eine Aufwärtstrendlinie, die aktuell bei rund 3 500 Punkten liegt, begrenzt. Im Verlauf der Bewegung kam es zu einem Wechselspiel von mittelfristigen Aufwärtstrends, mittelfristigen Konsolidierungen und neuen Kaufsignalen. Von Ende April bis Ende September des vergangenen Jahres kam es zu einer deutlichen Aufwärtsbeschleunigung mit einem Kursanstieg von rund 2 910 auf rund 3 480 Punkte.

Anfang Oktober lief der Index dann in eine Seitwärts-Trading-Range hinein. Diese hatte aus mittelfristiger technischer Sicht einen trendbestätigenden Charakter. Ende November 2005 gelang dem Euro Stoxx mit einem neuen Kaufsignal der Ausbruch aus dieser Konsolidierung. Dabei hat er einen neuen, beschleunigten Aufwärtstrend etabliert, dessen Trendlinie aktuell bei etwa 3 800 Punkten liegt.

Mit Blick auf die weitere Kursentwicklung liefert die Technik gegenläufige Signale. Einerseits deutet die mittel- und langfristige Gesamtsituation darauf hin, dass der Index auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, der Widerstandszone bei 3 950 bis 4 000 Punkten, ist.

Andererseits ist aufgrund der Kursgewinne in den vergangenen Wochen eine mittelfristig überkaufte Lage entstanden. Zudem hat sich die mittelfristige Aufwärtsdynamik in einigen als zinssensitiv geltenden Sektoren vor dem Hintergrund der zuletzt deutlich gestiegenen Kapitalmarktrenditen deutlich abgeschwächt. Insgesamt sollte deshalb für das zweite Quartal eine langsamere Gangart im Euro Stoxx 50 einkalkuliert werden.

Der Autor ist technischer Analyst bei Commerzbank Corporates & Markets.

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