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16.01.2015

13:05 Uhr

Schweizer Franken

Anleger greifen nach Notenbankaktion bei Bundesanleihen zu

Überraschend hob die Schweizer Nationalbank den Mindestkurs des Schweizer Franken. An den Börsen herrscht Tumult und Anleger sind auf der Suche nach Sicherheit. Sie werden fündig in Anleihen.

Die Schweizer Nationalflagge weht in Bern. Das Interesse bei Schweizer Anleihen wie auch bei Bundesanleihen ist gestiegen. dpa

Die Schweizer Nationalflagge weht in Bern. Das Interesse bei Schweizer Anleihen wie auch bei Bundesanleihen ist gestiegen.

FrankfurtDeutsche Bundesanleihen haben am Freitag weiter zugelegt. Aufgrund der Verunsicherung an den Märkten nach den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank am Vortag waren als sicher geltende Anlagen bei Investoren stärker gefragt.

Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt mit 0,44 Prozent drei Basispunkte tiefer. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 38 Basispunkte auf 157,82 Prozent.

Bei den zehnjährigen Schweiz-Bonds sank die Rendite um zwölf Basispunkte auf minus 0,08 Prozent. Zehnjährige Anleihen aus der Euro-Peripherie verzeichneten mit Ausnahme der Griechenland-Bonds ebenfalls Kursgewinne. Die Renditen gingen um bis zu zwei Basispunkte zurück.

Die SNB hatte am Donnerstag überraschend ihren Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken aufgehoben und den Einlagenzins auf minus 0,75 Prozent gesetzt. Die effektive Rendite des Global Broad Market Sovereign Plus Index von Bank of America Merrill Lynch fiel mit 1,15 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datensammlung 1996.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

„Die SNB war eine weitere Bestätigung dafür, dass etwas kommen wird“, sagte Michael Leister, Leitender Zinsstratege bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Sie habe aber auch einige weitere Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zentralbanken generell gesät, fügte er an. Insbesondere das stütze die Bundesanleihen. Ein Staatsanleihekaufprogramm (QE) der Europäischen Zentralbank sei bereits eingepreist, so dass es zu einer deutlichen Trendumkehr am Markt kommen werde, wenn QE doch nicht kommen sollte, sagte Leister.

Deutliche Kursverluste gab es bei Griechenlandland- Anleihen. Die Rendite kletterte um bis zu 35 Basispunkte auf 9,22 Prozent. Zwei griechische Banken, die Alpha Bank und die Eurobank, haben nach eigenen Angaben um Notfall- Liquiditätshilfen (ELA) ersucht. Das Volumen soll nach Angaben der Zeitung „Kathimerini“ bei über 5 Mrd. Euro liegen. ELA- Gelder müssen von der EZB genehmigt werden und werden zur Verbindlichkeit der griechischen Zentralbank. Zur Begründung verwiesen die Banken auf den zunehmenden Abfluss von Einlagen vor den anstehenden Wahlen.

Am Markt für US-Staatsanleihen gab es wenig Bewegung. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 1,72 Prozent. Im Tagesverlauf stehen eine Reihe von Konjunkturindikatoren an, darunter die Verbraucherpreisentwicklung im Dezember, die Industrieproduktion und der Index der Universität von Michigan.

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