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09.02.2016

06:28 Uhr

Schwerer Kurseinbruch

Die Börsen im Abwärtssog

VonAxel Postinett

Die Wall Street ist mit einer erratischen Berg- und Talfahrt in die Woche gestartet. Sorgen um Ölpreis und Unternehmensgewinne belasten. In Fernost geht der Kurssturz weiter. Der Dax fällt deutlich unter 9000 Punkte.

Die Woche begann mit kräftigen Verlusten für die wichtigsten Indizes an der Wall Street. ap

Wall Street

Die Woche begann mit kräftigen Verlusten für die wichtigsten Indizes an der Wall Street.

San FranciscoEs hätte noch schlimmer kommen können: Im Tief hatte der Dow-Jones-Index am Montag rund 400 Punkte abgegeben. Erst einige späte Käufe hievten den Index dann wenigsten wieder über die psychologische Marke von 16.000.

Mit einem Schlusskurs von 16.027 Punkten blieb jedoch immer noch ein Minus von 177,92 Punkten oder Minus 1,1 Prozent. Doch die Angst bleibt. Steht der Aktienmarkt vor einem neuen Debakel?

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Banken, Technologieaktien und hoch bewertete Hoffnungswerte waren wieder an der Spitze der Verlierer zu finden.

In Fernost ging die Talfahrt weiter. Ein Ausverkauf an Bankaktien hat die Börse in Tokio am Dienstag einbrechen lassen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel mehr als fünf Prozent auf rund 16.100 Punkte. Auch der Dax gab im vorbörslichen Handel weiter nach. Er pendelte um die Marke von 8900 Punkten - schon am Montag war der Index erstmals seit Oktober 2014 unter 9000 Punkte gefallen.

Wer an Wall Street leidet

Der Investmentriese Goldman Sachs brach um 4,61 Prozent ein, mit 149,25 Dollar liegt der Wert nahe dem 52-Wochen-Tief von 145,25. Die Papiere der Bank of America gaben 5,3 Prozent nach. Die US-Finanzwerte folgten den europäischen Banken im Abwärtstrend. Stark diskutiert wurden die Deutsche Bank und ihr sogenannter „CoCo Bond“ sowie der teilweise Bonus-Verzicht von Tidjane Thiam, dem neuen Chef der Credit Suisse.

Die größten US-Banken (nach Bilanzsumme)

Platz 10

State Street

227 Milliarden Euro


Stand: Anfang November 2015. Quelle: Bloomberg, EU-Kommission

Platz 9

PNC Financial

285 Milliarden Euro

Platz 8

BoNY Mellon

318 Milliarden Euro

Platz 7

US Bancorp

333 Milliarden Euro

Platz 6

Morgan Stanley

662 Milliarden Euro

Platz 5

Goldman Sachs

708 Milliarden Euro

Platz 4

Wells Fargo

1394 Milliarden Euro

Platz 3

Citigroup

1523 Milliarden Euro

Platz 2

Bank of America

1739 Milliarden Euro

Platz 1

JP Morgan

2127 Milliarden Euro

Unter den Hoffnungswerten verlor Elektroauto-Pionier Tesla kräftig mit weiteren 8,99 Prozent auf 147,99 Dollar. Im Vorfeld der Quartalszahlen fürchten Anleger offenbar schlechte Nachrichten und nehmen an Gewinnen mit, was noch übrig ist.

Vor wenigen Monaten lag die Aktie noch bei 289 Dollar. Facebook verlor 4,15 Prozent und sank auf 99,75 Dollar. Ein Gericht in Indien stoppte die Pläne für einen kostenlosen Internet-Basisdienst. Er hätte praktisch ein Facebook-zentriertes Mini-Internet geschaffen.

Die Twitter-Aktie findet ebenfalls keinen Boden. Über das Wochenende waren Informationen durchgesickert, der Chef Jack Dorsey plane kräftige Veränderungen, was viele Nutzer verärgerte. Mit 5,28 Prozent Minus-Verlust auf 14,89 Dollar lag die Aktie des Kurznachrichtendienstes unter den Top-Verlierern. Über zehn Prozent - jetzt 16,11 Dollar - musste die Empfehlungsplattform Yelp abgeben.

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Auch in Fernost sind die Anleger unsicher: Der Nikkei liegt im Mittagshandel am Dienstag um über 5 Prozent tiefer als noch am Vortag. Der starke Yen beeinträchtigt die Exportwerte. Honda, Nissan und Toyota geben nach.

Mit einem Plus von 0,06 Prozent auf 704,16 Dollar hielt sich Google-Mutter Alphabet erstaunlich gut. Der Internetriese verkündete am Montag, dass der Google-Chef Sundar Pichai Anrechte auf Aktien im Wert von 199 Millionen Dollar als Vergütungspaket bekommen hat. Die Aktien werden Pichai paketweise in Vierteljahresabständen bis Ende 2019 ausgezahlt, wenn er solange bei Google bleibt. Der gebürtige Inder wird damit zu einem der bestbezahltesten Manager in den USA.

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