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11.09.2013

09:29 Uhr

Schwindende Nachfrage

Schweden-Bonds werden zu Verlustbringern

Seit der Optimismus im Euroraum wieder Einzug hält, entpuppen sich ehemals sichere schwedische Staatsanleihen als riskante Wette. Dabei geraten die Papiere gleich von zwei Seiten unter Druck.

Grand Hotel in Stockholm: Schweden-Bonds verlieren an Attraktivität. dpa

Grand Hotel in Stockholm: Schweden-Bonds verlieren an Attraktivität.

Es ist der größte Spread seit dem 8. August 1999: Die Renditeprämie zehnjähriger Schweden-Bonds hat sich gegenüber deutschen Bundesanleihen mit entsprechender Laufzeit in der vergangenen Woche auf 71 Basispunkte ausgeweitet. Der zweijährige Spread stieg auf 99 Basispunkte und damit 16 Basispunkte höher als der durchschnittliche Renditeabstand in den letzten zwölf Monaten.

Die schwedischen Staatspapiere kommen dabei von zwei Seiten unter Druck. Investoren sind nicht mehr auf der Suche nach einem sicheren Hafen, der sie vor dem Zusammenbruch der Europäischen Währungsunion schützt. Zugleich belebt sich die Konjunktur in der zweitgrößten skandinavischen Volkswirtschaft, was die Bond-Renditen nach oben treibt.

„Eine Zeitlang haben ausländische Investoren schwedische Bonds gekauft, praktisch ohne auf den Preis zu achten - weil es solide und sichere Papiere waren”, sagt Jussi Hiljanen, Chef-Bondanalyst bei SEB. „Die Nachfrage besteht in dieser Form nicht mehr, da sich die Risiken in der Eurozone verringert haben und die Leute sich wieder trauen, ihr Geld in Euro-dominierte Bonds zu stecken.”

Zwar sei die Bewegung der schwedischen Spreads „übertrieben” gewesen, doch bestehe das Risiko, dass sie sich noch „etwas mehr” ausweiten werden, sagt Hiljanen. Schwedische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von mehr als zehn Jahren kommen für dieses Jahr auf Verluste von zwölf Prozent. Nur US-Staatsanleihen mit längerer Laufzeit haben sich schlechter entwickelt.

Ganz anders das Bild 2011: Da kamen die Schweden-Bonds auf ein Plus von 31 Prozent, 2012 hielten sie sich kaum verändert. In der vergangenen Woche stieg die zehnjährige schwedische Rendite auf 2,74 Prozent, die zweijährige Rendite kletterte auf 1,33 Prozent, nach 0,79 Prozent im April.

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„Viele Leute denken, es ist absurd, dass die zehnjährigen Renditen im Tandem mit den kurzfristigen Zinsen steigen, aber diese Korrelation bestand auch in den Jahren vor der Finanzkrise”, sagt Martin Enlund, Analyst bei Svenska Handelsbanken. Sein Team sei zu dem Schluss gekommen, dass dies eine Wette auf die kurzfristigen Zinsen sei, daher wagten sie nicht, schwedische gegen deutsche Staatsanleihen zu kaufen, auch wenn das sehr günstig aussehe, so Enlund. Auch durch die Emission schwedischer Fremdwährungsanleihen sei die Nachfrage gedrückt worden, fügte er an.

Kommentare (1)

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marc

11.09.2013, 11:23 Uhr

Schweden ist die größte Volkswirtschaft, nicht die zweitgrößte.

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