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13.02.2012

17:31 Uhr

Sentix Marktradar

Anleger drängen wieder ins Risiko

VonManfred Hübner
Quelle:http://www.sentix.de/

Investoren setzten wieder verstärkt auf Wachstumsaktien und Werte aus den Schwellenländern. Der Optimismus ist groß, doch die Märkte könnten in den kommenden Wochen noch einmal auf die Probe gestellt werden.

Das Frankfurter Börsenparkett. Reuters

Das Frankfurter Börsenparkett.

FrankfurtEinmal im Monat ermittelt Sentix die sogenannten Styles-Indizes, die Auskunft über die bevorzugten Anlageklassen und Anlagestile geben. Aus diesen Daten kann die Risikoneigung der Anleger abgeleitet werden. Und diese Risikoneigung ist in den vergangenen Wochen erheblich gestiegen und notiert jetzt auf dem höchsten Wert seit dem ersten Quartal 2011.

Drei Teilfaktoren zeichnen hierfür verantwortlich: Zum einen favorisieren die Anleger wieder verstärkt Wachstumsaktien gegenüber sogenannten Value-Werten. Dies steht im Einklang mit der verbesserten Konjunktureinschätzung der Investoren. Der zweite Faktor ist die gestiegene Vorliebe für Aktien der Emerging Markets. Und drittens halten prozyklische Anlagestrategien wieder Einzug. Letzteres ist für die Märkte kurzfristig eine Bürde, denn wann immer dieser Teilindex ähnlich hohe Werte erreicht hatte wie derzeit, neigten die Märkte zur Korrektur.

Dieser Eindruck wird auch von den Marktsentimentdaten geteilt. Vordergründig signalisieren die Sentimentindizes eigentlich keine größere Korrekturgefahr. Eine kurzfristig neutrale Stimmung bei mittelfristig steigenden Erwartungswerten stellt prinzipiell eine positive Datenkonstellation dar.

Interessant ist jedoch die zeitliche Abfolge, in der diese Sentimentkonstellation erreicht wurde. Denn üblicherweise steigt das mittelfristige Sentiment als Reaktion auf fallende Preise und zeigt damit eine zunehmende Werthaltigkeit der Anlage an. Dieses Mal steigt die Wertwahrnehmung erst nachdem die Preise sich deutlich verbessert haben. Die Anleger sind in ihrem Werturteil offensichtlich erheblich durch den Preis (als Indikator sinkender Risiken) und vor allem von den Liquiditätsinjektionen der Notenbanken beeinflusst.

Das billige Notenbankgeld dürfte damit die tatsächlichen Risiken im Markt, die unseres Erachtens vor allem durch die Dramaturgie in der Griechenland-Frage gegeben sind (siehe auch http://blog.sentix.de), gehörig vernebelt haben. Die Anleger fahren jedenfalls einen deutlich „heißeren“ Reifen als zum Jahresstart und dies könnte vom Markt in den nächsten Wochen nochmals auf die Probe gestellt werden. Wird diese Probe bestanden, steht einem erfolgreichen zweiten Quartal an den Aktienmärkten wenig entgegen.

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