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10.06.2013

12:35 Uhr

Sentix Marktradar

Bei Gold hört die Liebe auf

VonJessica Schwarzer

Die Nerven der Gold-Bullen liegen blank. Das zumindest lassen die Reaktionen auf die jüngste Sentix-Analyse erahnen. Von Problemen wollen die Fans des Edelmetalls nichts hören – doch Leugnen bringt nichts.

Der Goldpreis war mit der Sorge der Investoren um eine Eskalation der Schuldenkrise auf ein Rekordhoch gesprungen. dpa

Der Goldpreis war mit der Sorge der Investoren um eine Eskalation der Schuldenkrise auf ein Rekordhoch gesprungen.

DüsseldorfDie Wahrheit ist manchmal schwer zu ertragen. Dennoch gehört sie hierhin und sie lautet so: Die Goldparty ist erst einmal vorbei. Mit dem Preis für das gelbe Edelmetall geht es seit Monaten abwärts, mal schneller und mal langsamer.

Das Grundvertrauen der Investoren ist schwach, die kurzfristigen Markterwartungen sind mau. Das ist das Ergebnis des aktuellen Sentix Marktradars – keine Veränderung zur Vorwoche also. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 private und institutionelle Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börse.

Die Gold-Bullen wollen davon aber nichts hören. Was die Sentiment-Experten aus ihren Umfragedaten ablesen, stößt bei den Anhängern des edelsten der Metalle auf völliges Unverständnis. „Offensichtlich haben wir mit unserer Analyse bei den Gold-Bullen einen Nerv getroffen“, sagt Sentix-Experte Manfred Hübner. Wütende Kommentare, teilweise sogar Beschimpfungen und wilde Verschwörungstheorien waren unter dem jüngsten Artikel auf Handelsblatt Online zu lesen. „Gold löst heftige Emotionen aus“, so der Experte für Börsenpsychologie. „Wer sich einmal in Gold verliebt hat, der lässt es so schnell nicht mehr los.“

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Daran ändern auch harte Fakten nichts. Fast 20 Prozent hat der Goldpreis seit Jahresbeginn eingebüßt, er notiert mittlerweile fast 30 Prozent unter dem Rekordhoch von 1.921,15 Dollar aus dem September 2011. Obwohl sich Gold von seinem Tief bei 1.322 Dollar etwas erholt hat und seitwärts pendelt, gilt: „An der negativen Haltung der Anleger hat sich auch in dieser Woche nichts geändert“, sagt Hübner.

Kommentare (21)

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Orwellischeatingyou

10.06.2013, 12:48 Uhr

So ein "Blödsinn" _Sorry! Selbst wenn Gold und Silber um 80-90% fallen - so sind die Edelmetalle immer noch mehr wert, als das ganze gedruckte Falschgeld und die "leeren" Renten- und Altersvorsorge versprechen. Die EM sind nicht zu Spekulation da - sondern als "Notversicherung" gegen die Pleite des Finanzsystems (welche zweifelsfrei kommen wird, sobald die größte aller Blasen, die der Anleihen platzen wird).

Die Autorin besitz keinerlei Weitsicht und visionäres Denken und versteht zudem nicht genau, was gerade abläuft.

Als Buch- und Bildungstipp, empfehle ich Ihr - "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot - Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn" von Argentarius, aus den Jahren 1921-1923! Viel Erfolg beim Nachlernen - und bitte nicht mehr solche "orwellschen" Nebelkerzen-Artikel verfassen! Danke, liebes HB!

Leute kauft Silber und Gold, wenn es fällt und vor allem regelmäßig um die Preise zu streuen. Hört nicht auf Mutti und seit ungehorsam - es geht um uns Geld und unsere Freiheit...

Account gelöscht!

10.06.2013, 12:58 Uhr

Selten so viel Spaß gehabt beim Lesen dieses naiven Artikels. Nach einem fast 2-jährigen Bärenmarkt kommen die "Konträrexperten" aus ihren Löchern hervor, um uns ihre große Weisheit bezüglich Gold zu verkünden - aber als Trendfolger. Wie lustig!

So kann man eben auch mit kleinen Sachen, einem (langfristigen) "Bullen" Freude machen! Mir jedenfalls liegt das Zwerchfell blank! Leugnen hilft nichts, wie wahr!

Gegen_allen_Mumpitz

10.06.2013, 13:00 Uhr

"Die Autorin besitz keinerlei Weitsicht und visionäres Denken und versteht zudem nicht genau, was gerade abläuft."

Jaja, aber die klugscheißenden Foren-Apokalyptiker habens schwer drauf....

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