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12.02.2013

10:26 Uhr

Sentix Marktradar

„Das sind Kaufkurse“

VonJessica Schwarzer

Die Stimmung der Börsianer ist auf dem Nullpunkt. Doch das ist gut so, meinen Experten und sehen sogar Kaufkurse. Neue Höchststände bei deutschen Aktien seien in Sicht. Spannend wird es am Goldmarkt.

Die Dax-Kurve: Der Sentix Marktradar lässt auf neue Höchstkurse hoffen. dpa

Die Dax-Kurve: Der Sentix Marktradar lässt auf neue Höchstkurse hoffen.

DüsseldorfNach seinem Absturz um gut 250 Punkte kommt der Dax nicht mehr in die Gänge. Es fehlt an Impulsen, die Standardwerte schwanken seitwärts. Börsianer frustriert das zusehends. „Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt“, sagt Patrick Hussy, von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. „Die Laune der Anleger ist noch schlechter als in der vergangenen Woche“, ergänzt der Experte.

Überrascht hat ihn das nicht. Schließlich sei es unnatürlich, wenn die Kurse zurückgehen oder gar abstürzen würden, die Laune der Anleger sich aber nicht verschlechtere.

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

Ganz so düster ist die Stimmung eigentlich auch gar nicht: „Wir sind bei Null, aber nicht darunter“, so Hussy. Übersetzt heißt das, Angst können die Sentix-Experten noch nicht messen, abgekühlt hat sich die Stimmung aber merklich.

Doch das ist kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil. „Es ist viel heiße Luft aus dem Markt entwichen und das war auch nötig“, so Hussy. „Weil aber die mittelfristigen Erwartungen der Anleger nach wie vor gut seien, sehen wir sogar Potenzial für einen weiteren Dax-Anstieg.“ Was wir derzeit sehen, seien also Kaufkurse.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Einen kleinen Wermutstropfen sehen die Experten allerdings. Die Befragungen der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die institutionellen Anleger bereits kräftig investiert haben.

Kommentare (19)

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Anonym

12.02.2013, 10:34 Uhr

Nach Null gibt es auch noch Minus

Account gelöscht!

12.02.2013, 10:57 Uhr

Der Stimmungsindikator ist ein Index, der die Folgen der Preise an den Aktienmärkten misst. Er hat keine vorausschauenden Eigenschaften. Sind die Aktien gut gelaufen ist die Stimmung gut, gab es einen kleinen Dämpfer ist das Sentiment, so wie jetzt auf null. Stürtzt der Dax auf 5000 ab haben wir ganz schlechte Stimmung und der Sentix zeigt ein minus. Was danach mit dem Sentix-Index passiert kann man an den Börsen ablesen. Das ist so, als würde man einen Dienst anbieten, der die Dax-Werte mit einem Tag Verspätung liefert und dafür auch nich Geld verlangen...

Esistwieesist

12.02.2013, 11:46 Uhr

Kein Wunder sind die Investoren irritiert bei der Goldblase. Die eigentlichen Initiatoren dieser Blase haben schon seit 2 Jahren ihre Schäfchen im Trockenen. Die noch Investierten Investoren warten vergebens auf die Lemminge und übersehen, dass sie die Lemminge waren...

Ansonsten sollte man Aktien als Langfristszenario sehen. Man kauft billig und verkauft frühestens nach Abschaffung der deutschen Strafsteuer für Aktiengewinne. Wenn alle das so hielten, hätten wir äußerst stabile Kurse allenthalben.

Wo der DAX steht ist mir persönlich wurscht. DAX-Werte machen den kleinsten Teil des Portfolios aus, weil hier der Lebenszyklus eh schon am Zenit des Unternehmens oder danach steht. Die jungen Firmen sind die Großen von morgen. Für die Etablierten wird der innere Wandel teuer, Dinosaurier eben.


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