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25.09.2012

08:08 Uhr

Sentix Marktradar

„Die Anleger sollen nicht mehr zweifeln“

VonKatharina Schneider

Die Kurse steigen, aber viele Anleger bleiben zögerlich. Sie glauben noch nicht an einen nachhaltigen Aufschwung - zu Unrecht, meinen die Experten von Sentix. Im vierten Quartal werde es weiter aufwärts gehen.

Frühindikatoren sind für viele Anleger nicht mehr als ein Blick in die Glaskugel. Die Sentix-Experten halten dagegen. dpa

Frühindikatoren sind für viele Anleger nicht mehr als ein Blick in die Glaskugel. Die Sentix-Experten halten dagegen.

DüsseldorfAn den Märkten geht es aufwärts, aber viele Strategen trauen den Frühindikatoren nicht. „Wir beobachten eine deutliche ‘Ja-Aber-Haltung‘, die im Kontrast zur tatsächlichen Entwicklung am Aktienmarkt steht“, sagt Patrick Hussy, Geschäftsführer von Sentix. Aber wer warte, bis sich die Verbesserung in der Industrieproduktion oder sogar im Bruttoinlandsprodukt zeige, verpasse den günstigen Moment zum Einstieg.

Das Limburger Analysehaus befragt wöchentlich 3.500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Die aktuelle Umfrage zeigt einen weiteren Anstieg der mittelfristigen Erwartungen der Anleger, ihre strategische Kaufbereitschaft steigt. „Das ist beachtlich, weil nachrichtlich in der vergangenen Woche eigentlich wenig Neues passiert ist und es zudem vermehrt Stimmen gibt, die Zweifel an einer Gesundung schüren“, sagt Hussy. Die Entwicklung der Konjunktur werde derzeit eher schlecht geredet, doch die ersten Frühindikatoren stabilisieren sich.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Das Zweifeln an diesen Signalen sei ein typisches Phänomen. „Dabei stabilisieren sich nicht nur die Stimmungsindikatoren in Euro-Land, sondern auch in China und in den USA“, so der Marktexperte. Das Besondere: Weltweit gebe es derzeit einen gewaltigen Stimulus, da zeitgleich mehrere große Notenbanken wie die Europäische Zentralbank und die amerikanische Fed die Märkte anfeuern. „An dieser stimulierenden Wirkung muss man nicht zweifeln“, so Hussy.

Morgan Stanley Empfehlungen - Konsumaktien

Flop 1

Unilever

Unilever ist einer der weltweit größten Anbieter von Markenartikeln im Bereich Kosmetik und Körperpflege. Der wesentliche Teil des Unilever-Geschäftes besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von täglich gebrauchten Markenartikeln.

Flop 2

Beiersdorf AG

Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen. Zu den Schwerpunkten zählen der Vertrieb von Kosmetikartikeln, sowie die Herstellung von Klebebändern.

Flop 3

L'Oreal SA

L'Oreal S.A ist eines der weltweit führenden Kosmetikunternehmen. Zu dem französischen Konzern gehören insgesamt 27 internationale Marken.

Flop 4

DE Master Blenders 1753

De Master Blenders 1753 ist ein international tätiges Kaffee- und Teeunternehmen. Die Produktpalette beinhaltet mehr als 30 Marken.

Top 1

Oriflame Cosmetics SA

Der schwedische Großkonzern Oriflame ist ein Anbieter von hochwertigen Hautpflege- und Kosmetikprodukten. Die Gesellschaft zählt mit einer Palette von über 1000 Schönheitsprodukten zu den weltweit größten Kosmetikunternehmen.

Top 2

Imperial Tobacco Group Plc

Die Imperial Tobacco Group ist ein international agierendes Tabakunternehmen. Die Gruppe ist weltweit in über 160 Länder mit Marken wie Davidoff, Gauloises Blondes und West vertreten.

Top 3

Pernod Ricard SA

Die Unternehmensgruppe Pernod Ricard ist ein internationaler Spirituosen- und Weinanbieter. Mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 70 Ländern ist der Konzern international präsent.

Top 4

Diageo Plc

Das Großunternehmen Diageo ist einer der weltweit führenden Getränkeanbieter. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Spirituosen wie Johnnie Walker und Guinness.

Kommentare (6)

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cinatit

25.09.2012, 08:59 Uhr

die anleger sollen immer zweifeln, gerade wenn bei olch hohen Kursen niemand mehr zweifeln soll! das ist es ja gerade, was Börse ausmacht!
also immer schön in der Nähe der Arettungsboote tanzen, denn es ist nur eine Frage der Zeit wahn alle wieder raus wollen, da einen die Abgeltungssteuer ja r nicht mehr zum Halten von Aktien motiviert...

Keine_Macht_den_Drogen

25.09.2012, 09:18 Uhr

Sag mal, ist das hier das Handelsblatt oder 'ne Plattform von den Zeugen Jehovas bzw. von Scientology???

Koboldo

25.09.2012, 09:34 Uhr

Immer wenn solche Marktschreier versuchen, breiten Massen Aktien schmackhaft zu machen, ist größte Vorsicht geboten! Es wird nämlich immer dann Geld verdient, wenn Aktien teuer an Privatanleger verkauft werden können, um sie dann später wieder billig einsammeln zu können. Wer den Hype am Neuen Markt erlebt hat, wird mich verstehen....

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