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18.06.2013

12:55 Uhr

Sentix Marktradar

Die Bullen bleiben gelassen

VonJessica Schwarzer

Der Absturz unter die 8.000-Punkte-Marke hat bei den Dax-Anlegern in der vergangenen Woche keine Angst ausgelöst. Ihr Grundvertrauen ist sogar gestiegen. Marktexperten erwarten jetzt wieder weitere Zukäufe.

Die Stimmung der Anleger ist weiter relativ gut. dpa

Die Stimmung der Anleger ist weiter relativ gut.

DüsseldorfDer Kursrücksetzer der vergangenen Woche scheint an den Anleger fast spurlos vorbeigegangenen zu sein. Obwohl der Dax kurzzeitig sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Punkten gefallen war, blieben die Bullen gelassen.

Die Stimmung der Anleger ist relativ gut und hat sich im Vergleich zur Vorwoche sogar leicht verbessert, wie der Sentix Marktradar zeigt. „Hätten wir die Anleger bereits am Donnerstag befragt, wäre wohl mehr schlechte Stimmung messbar gewesen – der positive Wochenschluss hat nachgewirkt“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börse.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Die kurzfristige Einschätzung der Anleger ist leicht positiv. „Auch wenn am Donnerstag sicher einige gezittert haben, sind scheinbar nicht viele Stopps ausgelöst worden“, so Hübner. „Ein bisschen mehr Angst hätte dem Markt aber gut getan, denn sie ist in der Regel ein Indikator für steigende Kurse.“ Wären Angst oder gar Panik im Markt, ergäbe sich ein perfektes Sentiment-Bild. „Gepaart mit dem weiterhin sehr hohen Grundvertrauen in den Markt wäre das ein noch klarerer Indikator für steigende Kurs“, so Hübner.

Kommentare (2)

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samuel

18.06.2013, 13:44 Uhr

Das HB wieder einmal als Aufheitzer. Es ist doch schon bullenheiß draußen wie in einer spanischen Stierkampfarena. Man schaue sich einmal diese Zick-Zack-Linien im DAX an, der hechelt auch wegen der Hitze. Diese Nervosität ist krank - man denke an die 1970er Jahre zurück, wo Aktien einfach stetig aufwärts zeigten. Der kriegt bald WIRKLICH keine Luft mehr und wird dahin rauschen.

miristwarm

18.06.2013, 14:00 Uhr

Der DAX war letzte Woche unter der 8.000? Hab ich gar nicht mitbekommen. Achte im Moment eher auf meine Einzelwerte und da war letzte Woche eine lange HV bei einem MDAX-Wert mit überaschenden Ende, das aber erst der Anfang ist, wie sich am nächsten Tag rausstellte. Wer weiß, welchen Wert ich meine? ;-)

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