Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.12.2012

14:31 Uhr

Sentix Marktradar

Die Jahresendrally fällt aus

VonJessica Schwarzer

Der Optimismus der Anleger schäumt geradezu über, die Jahresendrally kann kommen. Wird sie aber wohl nicht, wenn man den Experten des Analysehauses Sentix glaubt. Denn die Stimmung kippt. Es droht ein Kursrücksetzer.

Geschenke für Aktionäre wird es wohl zum Jahresende nicht mehr geben. Reuters

Geschenke für Aktionäre wird es wohl zum Jahresende nicht mehr geben.

DüsseldorfMit den Börsenkursen steigt auch die Stimmung der Anleger. Kein Wunder, blicken sie doch auf ein äußerst gutes Anlagejahr zurück. Der Dax hat seit Anfang Januar immerhin stolze 1.500 Punkte oder gut 25 Prozent zulegt. Und nun wächst die Hoffnung auf eine Jahresendrally.

„Jubelstimmung ist angesagt“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.800 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. „Die kurzfristigen Erwartungen der Anleger haben sogar ein neues Jahreshoch erreicht.“

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Und genau deshalb droht nun Ungemach. Denn die kurzfristige Markterwartung, das sogenannte Sentiment, muss konträr gedeutet werden. Hoher Optimismus ist ein Warnsignal für eine bevorstehende Konsolidierung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die mittelfristigen Erwartungen der Anleger eingeknickt sind. „Die Grundüberzeugung der Anleger folgt den Kursgewinnen nicht mehr“, analysiert Hussy. „Vor allem die privaten Anleger werden vorsichtiger und denken über Gewinnmitnahmen nach.“

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

holgersen

11.12.2012, 15:25 Uhr

Häh? Der DAX ist seit 19.11.2013 fast 600 Punkte gelaufen?! Kann mir mal jemand sagen, auf welche Jahresendrallye hier noch gewartet wird?

Account gelöscht!

11.12.2012, 15:32 Uhr

auf die von 2013

Account gelöscht!

11.12.2012, 19:29 Uhr

Mein lieber Scholli, ist das eine billige Zeitung geworden! Ein Schmierenblatt erster Güter auf einer Stufe mit der BILD. Die Jahresendrallye fällt aus? Der absolute Hammer! ... rofl

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×