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26.03.2012

15:54 Uhr

Sentix Marktradar

„Die Schwankungen werden groß sein“

VonJessica Schwarzer

Die Stimmung der Anleger hat sich merklich abgekühlt. Ein Grund zu Sorge ist das aber noch nicht, glaubt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehause misst regelmäßig die Stimmung der Anleger – mit spannenden Ergebnissen.

Experten rechnen mit turbulenten Tagen an den Börsen. AFP

Experten rechnen mit turbulenten Tagen an den Börsen.

DüsseldorfDer Deutsche Aktienindex kämpft mit der Marke von 7.000 Punkten. So recht will die Erholung nach dem Absturz in der vergangenen Woche nicht gelingen. Am 20. März hatte der Dax noch bei 7154 Punkten notiert, das vorläufige Jahreshoch. Doch dann ging es abwärts: Sorgen um die Konjunktur vor allem in China, aber auch die europäische Schuldenkrise brachten die deutschen Standardwerte nach einer fulminanten Rally plötzlich ins Rutschen.

Für Manfred Hübner keine große Überraschung: „Die Aktienmärkte gehen nun endlich in die überfällige Korrektur“, sagt der Experte von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich 3500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. „Die Lage an den Märkte war ausgereizt, die Stimmung der Investoren sehr bullish, die Korrektur musste kommen“, so Hübner.

Die Stimmung bullish – der Bulle steht an der Börse für steigende Kurse – und eine erwartete Korrektur, wie passt das zusammen? Ganz einfach: „Das kurzfristige Sentiment zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Gier und Angst liegen. Es muss antizyklisch bewertet werden“, erklärt Hübner. „Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein.“ So geschehen in der Woche vor der Korrektur.

In der aktuellen Sentiment-Umfrage ist die Stimmung allerdings deutlich zurückgefallen und markiert sogar ein Jahrestief. „Das ist aber kein Drama, sondern zeigt vielmehr, dass die Börse keine Einbahnstraße ist“, sagt der Sentix-Experte. Er bewertet es positiv, wenn die Stimmung derart schnell dreht. „Die Vergangenheit hat gezeigt: Je schneller der Rückprall der Stimmung, desto kurzfristiger die Bewegung an den Börsen“, so Hübner. Dafür, dass es an der Börse wieder aufwärts gehe, sei es aber noch zu früh. Zwar sei schlechte Stimmung, also ein negatives Sentiment-Extrem in der Regel unmittelbare Indikatoren für eine Kursverbesserung. Doch so weit ist es noch nicht, denn derzeit liegt das Sentiment bei ziemlich genau Null. Ein leichtes Minus sei „besser“, so der Experte. Die Hälfte der Konsolidierung sollte der Markt aber bereits hinter sich haben.

Ein weiterer Indikator ist die mittelfristige Stimmung. Sie hat sehr wohl Prognosecharakter und wird anders als das kurzfristige Sentiment nicht antizyklisch bewertet. „In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus“, erklärt Hübner. „Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann das auf eine entscheidende Anomalie hinweisen.“

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