Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2012

15:48 Uhr

Sentix-Marktradar

„Die Stimmung am Markt kocht über“

Der Dax steigt, die Stimmung auch. Das ist kein gutes Zeichen. Die Zeit für schnelle Gewinne ist (vorerst) vorbei, meinen die Experten des Analysehauses Sentix.

Partystimmung an der Börse. dpa

Partystimmung an der Börse.

Die Stimmung am Aktienmarkt ist gut, gefährlich gut. Noch nie in diesem Jahr waren die Anleger so guter Laune wie in diesen Tagen. Das zeigt der aktuelle Sentix Markradar. „Die Stimmung an den Aktienmärkten kocht förmlich über“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so ein Stimmungsbild von der Börse.

Der Dax hat am Montag ein neues Jahreshoch bei 7.488 Punkten erreicht, nachdem er schon in den Tagen zuvor stetig geklettert war. Seit Mitte November hat der Index mehr als 400 Punkte gewonnen. Zugleich fielen Frühindikatoren, die die künftige Konjunktur anzeigen, erfreulich aus, so etwa der Ifo-Index. Und zu guter Letzt wächst auch die Hoffnung auf eine Einigung der Politiker im US-Haushaltsstreit (Fiscal Cliff). All das hat den Anlegern nicht nur Mut, sondern geradezu sorglos gemacht.

Welche Aktien die Analysten verschmähen - Deutschland

Hannover Rück

Branche: Versicherung

Analystenurteile: 31

davon positiv: 7

positiv in Prozent: 23%

Vossloh

Branche: Maschinenbau

Analystenurteile: 18

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 22%

Beiersdorf

Branche: Konsum

Analystenurteile: 36

davon positiv: 8

positiv in Prozent: 22%

Aixtron

Branche: Elektronik

Analystenurteile: 32

davon positiv: 7

positiv in Prozent: 22%

Rational AG

Branche: Großküchen

Analystenurteile: 11

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 18%

Bang & Olufsen

Branche: Unterhaltungselektronik

Analystenurteile: 6

davon positiv: 1

positiv in Prozent: 17%

Puma

Branche: Bekleidung

Analystenurteile: 26

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 15%

Merck KGaA

Branche: Pharma

Analystenurteile: 29

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 14%

Fuchs Petrolub

Branche: Öl

Analystenurteile: 17

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 12%

Fielmann

Branche: Handel

Analystenurteile: 18

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 11%

Deutz AG

Branche: Motoren

Analystenurteile: 10

davon positiv: 1

positiv in Prozent: 10%

Douglas Holding

Branche: Handel

Analystenurteile: 13

davon positiv: 0

positiv in Prozent: 0%

SGL Carbon

Branche: Chemie

Analystenurteile: 16

davon positiv: 0

positiv in Prozent: 0%

Quelle: Factset, DZ Bank

Und wie immer, wenn die Stimmung zu gut ist, drohen Rückschläge. Zumindest ist die Zeit für schnelle Kursgewinne vorbei. Das sogenannte Sentiment, also die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat, spiegelt Emotionen der Anleger wider. Negative Extreme haben in der Regel eine unmittelbare Kursverbesserung zur Folge. Umgekehrt kann hoher Optimismus ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein.

Welche Aktien die Analysten verschmähen - Europa

Peugeot

Branche: Auto

Analystenurteile: 20

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 20%

Palfinger

Branche: Bau

Analystenurteile: 10

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 20%

Logitech

Branche: Computer

Analystenurteile: 20

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 20%

Laurent-Perrier

Branche: Spirituosen

Analystenurteile: 5

davon positiv: 1

positiv in Prozent: 20%

Remy Cointreau

Branche: Spirituosen

Analystenurteile: 21

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 19%

H&M

Branche: Bekleidung

Analystenurteile: 32

davon positiv: 6

positiv in Prozent: 19%

Vestas

Branche: Windkraft

Analystenurteile: 26

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 15%

Telekom Austria

Branche: Telekom

Analystenurteile: 19

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 11%

Wienerberger

Branche: Bau

Analystenurteile: 13

davon positiv: 0

positiv in Prozent: 0%

Italcementi

Branche: Baustoffe

Analystenurteile: 21

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 10%

Quelle: Factset, DZ Bank

„Kurzfristig ist die Stimmung zu gut“, warnt Hussy von Sentix. Er geht davon aus, dass der Dax in den kommenden zwei, drei Wochen nicht weiter zulegen wird. Eine größere Korrektur sei aber auch nicht zu erwarten, der Dax werde sich zwischen 7.300 und 7.500 Punkten bewegen.

Danach sind nach Ansicht des Experten auch wieder Kursgewinne drin. Denn die Sentix-Daten zeigen zweierlei: auf kurze Sicht übermäßig gute Stimmung, mittelfristig eine stabile Kaufbereitschaft. Hussy: „Die Daten zum Anlegerverhalten muss man in diesen Tagen sehr differenziert betrachten, den über eine einzelne Wertung würde man in unterschiedliche Richtungen geschickt werden. Während das Sentiment eine klare Überhitzung anzeigt, führt die mittelfristige Grundüberzeugung der Anleger eher zum Schluss, dass weitere Anschlusskäufe folgen sollten.“ Wenn sich die Lage wieder beruhigt habe, etwa in den letzten Tagen des alten Jahres, oder in den ersten des neuen, könne der Dax erneut durchstarten.

Fazit: Kurzfristig ist Vorsicht angesagt, mittel- und langfristig steigen die Kurse. Statt einer Jahresendrally könnte es eine Jahresauftaktrally geben.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Die Sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter: www.sentix.de

Von

hac

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×