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12.11.2012

14:20 Uhr

Sentix Marktradar

Die Stimmung an der Börse kippt

VonJessica Schwarzer

So schnell kann es gehen. Noch vor einer Woche strotzten Anleger vor Optimismus, doch nun ist Pessimismus zurück. Doch das muss gar nicht so schlimm sein, meinen die Experten von Analysehaus Sentix. Im Gegenteil.

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Die Stimmung der Investoren verdüstert sich. dpa

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Die Stimmung der Investoren verdüstert sich.

DüsseldorfDer Ausgang der US-Wahl kam bei Anlegern gar nicht gut an. Doch nicht die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama schlägt ihnen auf die Gemüter, sondern die politische Patt-Situation zwischen dem Repräsentantenhaus und dem Senat macht den Anlegern zu schaffen. „Nach den Wahlen rücken die Probleme mit dem US-Haushalt wieder in den Fokus“, sagt Patrick Hussy von Sentix. „Demokraten und Republikaner müssen auf einander zugehen, sonst droht eine Blockade wie im Sommer 2011.“ Und davor haben die Börsianer Angst.

Das Analysehaus Sentix befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Das aktuelle Ergebnis: Die Stimmung der Anleger hat sich massiv eingetrübt. „Um 35 Prozent fällt das Stimmungsbarometer für deutsche Aktien im Wochenvergleich zurück“, sagt Hussy.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Das sogenannte Sentiment misst die kurzfristige Markterwartung der Anleger. Negative Ausschläge sind in der Regel ein unmittelbarer Indikator für steigende Kurse. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein. Dahinter verbirgt sich der konträre Ansatz, dass Börsen selten die Mehrheitsmeinung belohnen.

Im Vergleich zur Vorwoche ist der Index, der zuvor deutlich im Plus lag, leicht ins Minus gerutscht. Ein positives Zeichen. „Dem Markt tut eine Abkühlung der Stimmung grundsätzlich gut“, analysiert Hussy. „Der Dax pendelt seit Wochen zwischen 7.000 und 7.500 Punkten, dafür war in dieser Phase die Stimmung eigentlich viel zu gut.“ Nun biete die Datenlage aber Anlass zur Annahme, dass die Konsolidierung bald abgeschlossen wird und die Bullen das Zepter wieder übernehmen.

Kommentare (1)

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zappenduster

16.11.2012, 12:47 Uhr

Anleger sind noch immer bullshit soll das doch bestimmt heißen?

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