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10.05.2011

15:22 Uhr

Sentix Marktradar

Die ungewöhnliche Stärke der Anleihe

VonManfred Hübner

Anleihen präsentieren sich zurzeit „saison-untypisch“ stark – wie erwartet. Der Dreh in den mittelfristigen Erwartungen setzt sich auch am Bondmarkt fort. Jetzt gilt der Blick der Markttechnik.

Dreht der Wind an der Börse? Quelle: dapd

Dreht der Wind an der Börse?

Frankfurt„Wind of change“ – am Bondmarkt zeichnet sich immer stärker ein Wechsel in der Grundtendenz ab. Die mittelfristigen Erwartungen haben sich erneut verbessert, das Lager der Bären ist signifikant kleiner geworden. Diejenigen, die noch nicht positiv eingestellt sind, sind ins Lager der Neutralen gewechselt, der mittelfristige „sentix Neutrality Index“ ist nach oben gesprungen (für die USA noch deutlicher als in Euroland). Und auch die kurzfristigen Stimmungswerte erreichen den höchsten Wert seit August 2010!

Im August 2010 waren die kurzfristigen Stimmungswerte noch etwas höher, entscheidend war aber, dass die mittelfristigen Sentiment schon klar auf dem Rückzug waren – ein Warnzeichen damals. Die Situation heute ist demnach besser, wenngleich die Datenlage in Verbindung mit anstehenden technischen Widerständen eine kurzfristige Konsolidierung wahrscheinlich macht.

Der Blick richtet sich nunmehr auf die technische Verfassung der Märkte. Ein Blick auf die Charts für zehn- und fünfährige Bundesanleihen macht die Brisanz der vor uns liegenden Widerstände schnell klar. Ein Bruch durch die Renditemarke von 3,10 Prozent bei Anleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit oder der 2,5 Prozent für Bundesanleihen mit fünf Jahren Restlaufzeit würde jeweils erhebliches Kurspotenzial signalisieren.

Allerdings ein Potenzial, das nur bei gravierenden Veränderungen im Makro-Datenkranz abzuleiten wäre. Deshalb war der Blick auf die jüngst veröffentlichten Daten für die sentix Konjunkturindizes wieder lohnenswert. Hier trüben sich die Erwartungswerte für Euroland und Deutschland ein und weisen erstmals seit Mitte letzten Jahres wieder negative Werte auf. Gleiches, sogar in stärkerem Ausmaß, gilt für die bisherigen Wachstumsmotoren der Emerging Markets, die sichtbar zu stottern beginnen.

Aber auch die zunehmenden Unwägbarkeiten in Sachen Euro-Solvenzkrise sind hier zu nennen, nachdem es immer offensichtlicher wird, dass die ganze Sache den Verantwortlichen völlig aus dem Ruder zu laufen scheint. Damit bleiben Anleihen saison-untypisch stark.

 

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