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01.10.2012

15:38 Uhr

Sentix Marktradar

Die Zweifel werden größer

VonJessica Schwarzer

Die Sorgen sind zurück an den Börsen, die Stimmung der Anleger hat einen ziemlichen Dämpfer bekommen. Für die Experten von Sentix ein gutes Zeichen. Geht es nach ihnen, dürfte die Stimmung gerne noch schlechter sein.

Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Die Stimmung an der Börse wird immer schlechter. dpa

Anzeigetafel an der Frankfurter Börse: Die Stimmung an der Börse wird immer schlechter.

FrankfurtLange Gesichter an der Börse – die Stimmung der Anleger ist geradezu abgestürzt. Auf Sicht von einem Monat trauen sie den Märkten nicht mehr viel zu. Schlimmer noch: Die Sorgen sind zurück, Sorgen vor einem empfindlichen Rücksetzer. Das zeigen die Daten des Marktradars, den das Analysehaus Sentix wöchentlich für Handelsblatt Online erstellt. Beunruhigend ist die aktuelle Entwicklung deswegen aber nicht.

Im Gegenteil: „Uns gefällt das eigentlich ziemlich gut“, sagt Manfred Hübner. „Denn obwohl die kurzfristige Stimmung einen ziemlichen Dämpfer bekommen hat, verbessern sich die mittelfristigen Erwartungen der Anleger weiter.“ Das sei, so der Experte, eine günstige Konstellation im Sentiment, wie die Stimmungslage an den Märkten im Börsendeutsch genannt wird.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

„Die kurzfristige Stimmung dürfte sogar ruhig noch ein bisschen schlechter werden, denn sie ist ein Kontraindikator“, sagt Hübner.  Angst und Panik deuten also auf eine Kursverbesserung hin – und dazu passen die mittelfristigen Markterwartungen, auch strategischer Bias genannt.

Morgan Stanley Empfehlungen - Konsumaktien

Flop 1

Unilever

Unilever ist einer der weltweit größten Anbieter von Markenartikeln im Bereich Kosmetik und Körperpflege. Der wesentliche Teil des Unilever-Geschäftes besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von täglich gebrauchten Markenartikeln.

Flop 2

Beiersdorf AG

Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen. Zu den Schwerpunkten zählen der Vertrieb von Kosmetikartikeln, sowie die Herstellung von Klebebändern.

Flop 3

L'Oreal SA

L'Oreal S.A ist eines der weltweit führenden Kosmetikunternehmen. Zu dem französischen Konzern gehören insgesamt 27 internationale Marken.

Flop 4

DE Master Blenders 1753

De Master Blenders 1753 ist ein international tätiges Kaffee- und Teeunternehmen. Die Produktpalette beinhaltet mehr als 30 Marken.

Top 1

Oriflame Cosmetics SA

Der schwedische Großkonzern Oriflame ist ein Anbieter von hochwertigen Hautpflege- und Kosmetikprodukten. Die Gesellschaft zählt mit einer Palette von über 1000 Schönheitsprodukten zu den weltweit größten Kosmetikunternehmen.

Top 2

Imperial Tobacco Group Plc

Die Imperial Tobacco Group ist ein international agierendes Tabakunternehmen. Die Gruppe ist weltweit in über 160 Länder mit Marken wie Davidoff, Gauloises Blondes und West vertreten.

Top 3

Pernod Ricard SA

Die Unternehmensgruppe Pernod Ricard ist ein internationaler Spirituosen- und Weinanbieter. Mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 70 Ländern ist der Konzern international präsent.

Top 4

Diageo Plc

Das Großunternehmen Diageo ist einer der weltweit führenden Getränkeanbieter. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Spirituosen wie Johnnie Walker und Guinness.

Mit den Ankündigungen der EZB, unbegrenzt Anleihen zu kaufen und den Euro um jeden Preis zu retten, sowie dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm ESM hat „eine neue Phase“ begonnen. „Es ist völlig normal, dass in einer solchen neuen Marktphase Zweifel aufkommen, alte Ängste und Sorgen noch einmal zurückkehren“, so Hübner. Deshalb rechnet er auch mit einer anhaltenden Konsolidierung in den kommenden beiden Wochen, bevor es weiter aufwärts geht.

Kommentare (2)

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MikeM

01.10.2012, 19:40 Uhr

"Lange Gesichter an der Börse – die Stimmung der Anleger ist geradezu abgestürzt. Auf Sicht von einem Monat trauen sie den Märkten nicht mehr viel zu. Schlimmer noch: Die Sorgen sind zurück..."


Soll das ein Witz sein? Gerade heute ist der Dax um 1,5% gestiegen. ICh erkenne nicht, dass die Angst der Anleger zurück ist. Das Draghi-Geld muss irgendwo hin - auch in Aktien.

Falke

01.10.2012, 19:57 Uhr

Was für Draghi Geld ?
Die EZB kauft u.U. Staatsanleihen und dass auch nur, sofern das jeweilige Land unter den ESM geschlüpft ist.
Davon kommt kein Cent bei Fondsgesellschaften, Banken etc. uns somit am Akienmarkt an. Für die Anleger in Staatsanleihen sinkt vorübergehend das Ausfallrisiko und somit die Risikovorsorge. Frei werdendes EK, welches als Risikounterlegung für Staatsanleihen genutzt wurde, kann nun für andere Risikoaktiva genutzt werden. Das wäre der Einzige Effekt auf den Aktienmarkt.

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