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17.09.2012

14:29 Uhr

Sentix Marktradar

„Es ist viel heiße Luft im Markt“

VonJessica Schwarzer

An den Aktienmärkten knallen die Sektkorken. Die Stimmung der Anleger ist gut, sehr gut sogar. Zu gut, meinen Experten. Sie erwarten einen Kursrücksetzer. Der Dax könnte sogar bis auf 7.100 Punkte fallen.

Gute Stimmung an der Börse dpa

Gute Stimmung an der Börse

DüsseldorfDie Ankündigungen der Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks, weiter Anleihen zu kaufen,  dazu das „Ja, aber“ zum Euro-Rettungsschirm aus Karlsruhe – die Anleger sind in Feierlaune und lassen die Sektkorken knallen. Dax und Dow Jones haben neue Jahreshochs markiert, der Euro Stoxx 50 hat sein Zwölf-Monats-Hoch fast wieder erreicht und auch der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar deutlich erholt. „Nicht nur kurzfristig ist die Stimmung der Anleger prima, auch ihre mittelfristigen Markterwartungen werden von Woche zu Woche besser“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

Die Euphorie der Anleger ist allerdings so groß, dass bei den Experten die Alarmglocken schrillen. „Zu hohe Stimmungswerte sind in der Regel der Vorbote einer Korrektur“, erklärt Hussy. Negative Extreme, also Angst oder gar Panik, sind unmittelbare Indikatoren für einen Kursanstieg.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Hoher Optimismus hingegen ist ein Warnsignal für einen Kursrücksetzer. „Es ist viel heiße Luft im Markt“, so der Experte. „Der Markt muss erst mal Dampf ablassen und könnte sogar noch einmal bis auf 7.100 Punkte zurückfallen.“

Eine gesunde Korrektur, nennt Hussy das. Denn eigentlich gibt der aktuelle Marktradar positive Signale für Aktienanleger. Während die kurzfristige Markterwartung nämlich antizyklisch gewertet wird, läuft die mittelfristige Erwartung der Anleger der Börse in der Regel vorweg. „Auf Sicht von sechs Monaten sind die Investoren so positiv gestimmt wie seit März nicht mehr“ sagt Hussy. „Trotz der enormen Kursgewinne der vergangenen Wochen sehen sie weiteres Potenzial.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.09.2012, 15:55 Uhr

Uiii. Bis 7100 runter. Schlimm. Erst mal alles in Gold umschichten.

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