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19.06.2012

09:33 Uhr

Sentix Marktradar

Experten erwarten Dax-Absturz

VonJessica Schwarzer

Die Aussichten für die Aktienmärkte sind alles andere als rosig. Obwohl der Dax seine Erholung fortsetzt, sehen die Experten des Analysehauses Sentix schwarz. Ihrer jüngsten Umfrage zufolge droht ein erneuter Absturz.

Die Kurve des Deutschen Aktienindex: Dem Dax stehen heftige Kursschwankungen bevor. dapd

Die Kurve des Deutschen Aktienindex: Dem Dax stehen heftige Kursschwankungen bevor.

DüsseldorfDie Griechen haben gewählt und das Chaos eines Euro-Austritts der Hellenen bleibt Europa vorerst erspart. An den Märkten sorgt das für – wenn auch moderat – steigende Kurse. Doch eine Entwarnung ist das nicht. Manfred Hübner macht Anlegern wenig Hoffnung, dass sich die Lage dauerhaft entspannt. „Unsere Daten zeigen das leider nicht, ganz im Gegenteil“, sagt der Experte von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich 3.500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. „Deutsche Aktien geraten zunehmend in den Strudel der Euro-Krise, die mittelfristigen Erwartung den Anleger werden immer schlechter.“ Kein gutes Zeichen für den Dax.

Die Stimmung der Investoren hat sich im Vergleich zur Vorwoche weiter eingetrübt. Sie trauen deutschen Aktien mittelfristig immer weniger zu – und das trotz der jüngsten Erholung. Immerhin hat sich der Dax in den vergangenen beiden Wochen von seinem Absturz auf 5.900 Punkte wieder etwas erholt und notiert mittlerweile bei 6.250 Zählern.

Noch vor wenigen Wochen waren die befragten Investoren relativ positiv für deutsche Titel gestimmt, europäischen Aktien gegenüber waren sie aber schon damals pessimistisch gestimmt. Das hat sich mit dem aktuellen Sentix Marktradar geändert. „Die Anleger haben erkannt, dass Deutschland keine Insel der Glückseeligen ist und deutsche Aktien in der derzeitigen Krise nicht immun sind“, analysiert Manfred Hübner.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Schon in der vergangenen Woche lautete sein Fazit: Kurzfristige Erholung ja, Trendwende nein. Die aktuelle Umfrage bestätigt das.  „Was wir derzeit erleben ist eine kurzfristige Konsolidierung, eine leichte Gegenbewegung, aber keine nachhaltige Wende“, betont der Experte. Wann diese Phase ende, sei schwer zu sagen. „Es kann jederzeit wieder kräftig runtergehen an den Märkten“, so Hübner. Noch würden die Sentix-Daten aber keinen genauen Hinweis geben, wann es so weit sei. Lange könne es aber nicht mehr dauern.

Kommentare (14)

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SentNix

19.06.2012, 09:42 Uhr

Kaffeesatz liefert bessere Prognosen.

Account gelöscht!

19.06.2012, 09:49 Uhr

Dazu braucht man weder Kaffeesatz noch Experten um das zu erwarten.

Account gelöscht!

19.06.2012, 09:57 Uhr

Mein Gott, jetzt haben wir die größte Finanz- und Wirtschaftskrise eines Jahrhunderts.
Das Wahmsinns-Konstrukt Euro von Vollidioten eingeführt und von Kreditbetrügern mißbraucht: Und jetzt sollen die Aktienkurse stabil bleiben?
Unsere Ersparnisse sind bald futsch, große Teile des Wertes unseres Brutto-Inlandsprodukts wandern zu den Südstaaten-Pleitegeiern, zum Jahresende haben wir knapp 1 Billion € uneinbringbare Target-2-Forderungen an die Bad Bank EZB.
Also warten wir auf den Crash, steigen danach mit Index-Zertifikaten ein und machen Kasse.
Vorher sichern wir unsere Kohle mit physischen Gold- und Silber-Investitionen ab.
Und sonst nichts.

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