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17.12.2012

14:06 Uhr

Sentix Marktradar

Gold ist nichts für schwache Nerven

VonJessica Schwarzer

Gold gehörte in diesem Jahr nicht gerade zu den erfolgreichsten Anlageklassen. Zuletzt ging es auch eher abwärts mit dem Preis für das Edelmetall. Die Zweifel der Anleger wachsen und wachsen.

Gold gilt als sicherer Hafen. Doch die Kursausschläge sind heftiger geworden. dpa

Gold gilt als sicherer Hafen. Doch die Kursausschläge sind heftiger geworden.

DüsseldorfVon wegen sicherer Hafen – im Jahr 2012 mussten Gold-Anleger starke Nerven haben. Nach dem steilen Anstieg  auf mehr als 1.750 US-Dollar zu Jahresbeginn, als der Goldpreis binnen weniger Wochen mehr als 200 Dollar zulegte, folgte eine empfindliche Rutschpartie. Im Spätsommer setzte das Edelmetall zur nächsten Kursrally an und notierte zeitweise bei fast 1.800 Dollar. Mittlerweile ist der Goldpreis wieder auf rund 1.700 Dollar zurückgekommen.

Seit Anfang des Jahres hat die Notierung zwar immer noch fast sechs Prozent zugelegt. Aktien und Anleihen haben sich allerdings deutlich besser entwickelt. Allein der Deutsche Aktienindex (Dax) kommt auf ein Plus von 25 Prozent. Während der Dax in den vergangenen Tagen neue Jahreshochs erklommen hat, gab der Goldpreis weiter nach. 

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Kein Wunder, dass die Stimmung der Anleger mit Blick auf das Edelmetall schlechter wird. „Wir befinden uns in einer längeren, hartnäckigen Konsolidierung und das nagt an den Nerven“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.800 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Im Sommer war die mittelfristige Stimmung für Gold extrem positiv, doch seit einigen Wochen wachsen die Zweifel.  Der sogenannte strategische Bias fällt. Dieser Wert zeigt die Grundüberzeugung der Anleger und ihre strategische Ausrichtung.

Noch schneller als die mittelfristigen Erwartungen kippt allerdings die kurzfristige Stimmung.  Dieser auch Sentiment genannte Wert gibt Aufschluss über die kurzfristige Marktmeinung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, negative Extreme sind in der Regel ein Hinweis auf eine Kurserholung. „Noch ist die kurzfristige Stimmung aber nicht schlecht genug, es fehlt ein wenig Angst“, analysiert Hübner.  „Ein Test der Marke von 1.680 Dollar könnte diese Angst auslösen.“ Aktuell notiert der Goldpreis nur noch knapp über dieser Marke.

Kommentare (36)

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XFactor

17.12.2012, 14:33 Uhr

Goebbels hätte seine Freude an Artikeln, wie diesen. Ein Meisterstück an subtiler Manipulation.

Account gelöscht!

17.12.2012, 14:44 Uhr

Ohje armes HB, in einer Woche schreibt man es so, die kommende Woche genau das Gegenteil und das Woche für Woche. Vom Gold ansich hat man aber absolut gar nichts verstanden. Weiter so HB....niemand hat vor eine Mauer zu errichten ;)

puenktli

17.12.2012, 14:49 Uhr

Ein sehr erfolgreiches Jahr für Gold geht zu Ende. So ist das für diejenigen, die 2011 Gold gekauft haben. Das haben auch die Zentralbanken gemerkt, die im 3. Quartal wie wild Gold gekauft haben. Dass das Gold mit allen Mitteln nach unten gedrückt wird, sieht auch ein Blinder. Hier auf dieser Plattform hätte der Goldpreis gemäss diverser Schreiber schonb seit drei Jahren mehrfach zusammengebrochen sein müssen. Jetzt raten wir mal, wer wirklich schwache Nerven hat.

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