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04.06.2013

14:44 Uhr

Sentix Marktradar

Ist die Gold-Geschichte vorbei?

VonJessica Schwarzer

Jahrelang stürmte der Goldpreis von einem Rekordhoch zum nächsten. Doch seit einigen Monaten ist die Party vorbei, die Notierung rutscht immer weiter ab. Experten glauben, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Der Goldpreis hat von Januar bis Mai bereits 17 Prozent verloren. dpa

Der Goldpreis hat von Januar bis Mai bereits 17 Prozent verloren.

DüsseldorfWie in einem Goldrausch fühlten sich viele Anleger in den vergangenen Jahren. Der Preis für das gelbe Edelmetall kannte nur eine Richtung. Aufwärts. Doch damit ist Schluss. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres ist der Goldpreis um 17 Prozent abgestürzt und notiert mittlerweile fast 30 Prozent unter dem Rekordhoch von 1.921,15 Dollar aus dem September 2011.

Auch wenn Gold sich von seinem Tief bei 1.322 Dollar etwas erholt hat, ist keine echte Erholung in Sicht. „An der negativen Haltung der Anleger hat sich nichts geändert“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 4.000 private und institutionelle Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börse. „Das Grundvertrauen der Investoren in Gold ist nach wie vor mau und auch die kurzfristigen Markterwartungen nähern sich der Nulllinie an“, so Hübner. 

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Der Goldpreis hatte in den vergangenen Jahren vor allem von der Angst vieler Anleger vor einer davon galoppierenden Inflation angesichts der massiven Geldflut weltweit profitiert.  Doch seit sich die Wirtschaft in den USA erholt und eine baldige Drosselung der Geldschwemme wahrscheinlicher wird, ist die Notierung auf Talfahrt. Allein im Mai hatte der Goldpreis um mehr als sechs Prozent nachgegeben.

Immer wieder heißt es, vor allem starke Mittelabflüsse aus den großen Geld-ETFs würden den Preis belasten, die Nachfrage nach Münzen sei aber noch immer groß. „Diese Trennung ist natürlich Unsinn, es gibt nur einen Preis für Gold und der fällt“, meint Sentix-Experte Hübner. „Würden die Leute wirklich bei den Edelmetallhändlern Schlage stehen, dann würden wir das beim Preis und auch in unseren Daten sehen.“

Kommentare (33)

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Stimmvieh

04.06.2013, 15:01 Uhr

Ist mir total egal, ob die Unze Gold bis 2015 bei 1.000 Euro steht. Selbst wenn, würde ich dann nochmal nachkaufen und mich freuen, wenn ich 2020 für die Unze 4.000 NeueDM bekomme.

Account gelöscht!

04.06.2013, 15:19 Uhr

Oh mann Handelsblatt, wenn ihr schon so unsinniges Zeugs jede Woche verfasst dann bringt doch auch gleich wieder Eure "Rekorbeschäftigung!" "Deutsche haben so viel Geld wie nie" "Inflation auf Rekordtief" und und und....dann ist der Bockmist wenigstens 100% perfekt.

Achja.....zum Thema Gold.....schon mal Staatspapiere, alte Geldscheine, Aktien oder sonstiges in einer Schatztruhe gesehen über die sich wer gefreut hat? Nein?? Warum wohl???

Account gelöscht!

04.06.2013, 15:39 Uhr

Jo drückt mal ordentlich den Goldkurs, kann man sich noch billig eindecken. ;)

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