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29.05.2012

15:26 Uhr

Sentix Marktradar

Mehr Chancen als Risiken für Anleger

VonJessica Schwarzer

Gute Nachrichten für Anleger: Mit dem Dax dürfte es bald deutlich aufwärts gehen. Zumindest eine technische Korrektur erwarten die Experten des Analysehauses Sentix. Ihre jüngste Umfrage birgt einige Überraschungen.

Die Sentix-Experten erwarten eine technische Erholung des Dax bis auf 6.600 Punkte. AFP

Die Sentix-Experten erwarten eine technische Erholung des Dax bis auf 6.600 Punkte.

DüsseldorfDie jüngsten Konjunkturdaten waren schwach, die Schuldenkrise tobt noch immer und das Auseinanderbrechen der Euro-Zone scheint nicht mehr völlig ausgeschlossen – trotzdem hat sich die Stimmung der Anleger überraschend verbessert. Für Euroland-Aktien sind sie im Gegensatz zur Vorwoche nun mittelfristig positiv gestimmt.

„Eine erstaunliche Wendung“, kommentiert Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich 3.500 Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. „Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber der Markt scheint bereit zu sein für eine Erholung.“ Hübner erwartet zumindest eine technische Reaktion des Dax auf 6.500 bis 6.600 Punkte.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Die aktuellen Turbulenzen an den Börsen passen da perfekt ins Bild. „Kurzfristig ist viel Angst im Markt, aber mittelfristig sieht es eben anders aus“, sagt der Sentix-Experte. „In der Vergangenheit folgte auf eine solche Konstellation immer eine Erholung.“ Das sollte auch dieses Mal so sein.

Einziger Schönheitsfehler: Es fehlt ein klassischer Ausverkaufstag. „Die Investigationsgrade der Institutionellen zeigen aber, dass sich in den vergangenen vier Wochen einiges in den Portfolios getan hat.“ Zwei Drittel der Portfolios seien mittlerweile defensiv aufgestellt, massiv unterinvestiert seien die Profis allerdings nicht. „Trotzdem hat die Korrektur Spuren hinterlassen“, so Hübner.

Die Sentix-Daten sind diese Woche relativ eindeutig: „Aktien haben kurzfristig mehr Chancen als Risiken, bei Renten ist es genau umgekehrt“, so Hübner. „Die Bewertung für den Bund Future fällt grauenhaft aus. Wer nicht muss, hält keine Bestände.“ Kein Wunder bei einer Rendite von null Prozent für zweijährige Bundesanleihen.

 

Die sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter http://www.sentix.de

Kommentare (2)

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William

29.05.2012, 16:24 Uhr

Glauben die Sentix Leute überhaupt den Nonsense, welchen Sie da propagieren!! Ich meine ja nur, dass man in letzter Zeit viel Schwachsinn in den Medien schreibt, um die Märkte zu beschreiben...Aber dieser Sentix Index ist ja der Abschuss. Es werden hierbei genau die Investoren befragt, welche aktuell die Equity-Märkte mit den LTRO's Billionen manipulieren. Dass die se positiv gestimmt sind überrascht mich nicht. Aber dass das Handelsblatt auf diesen Nonsense hereinfällt überrascht mich ein wenig. Also liebe HB Leser nimmt den Index für bare Münze und investiert Euch mittelfristig (lt. Aussage Sentix) in den Ruin.

bjarki

29.05.2012, 18:47 Uhr

Wenn der Euro scheitert oder wenn auch nur der Hauch vom Spanienuntergang weht, dann fällt der Dax ins bodenlose. Realwerte kaufen , indem man Aktien kauft ist surreal. Gold ist auch keine Lösung, da der Dollar zwangsläufig einen Höhenflug hinlegen wird. Das böse Amerika wird wieder der Kriegshafen sein.

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