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26.11.2012

15:49 Uhr

Sentix Marktradar

Neues Jahreshoch in Sicht

VonJessica Schwarzer

Die Zweifel der Anleger weichen. Die  Stimmung wird immer besser. Damit ist der Weg frei für einen Angriff auf das bisherige Jahreshoch, sind die Experten des Analysehauses Sentix überzeugt.

Die Kurstafel an der Frankfurter Börse dpa

Die Kurstafel an der Frankfurter Börse

DüsseldorfGut fünf Prozent hat der Dax in der vergangenen Woche zugelegt. Die Kursgewinne haben – wenig verwunderlich – auch die Laune der Börsianer beflügelt. Abzulesen ist das im aktuellen Sentix Marktradar. „Die Zweifel weichen, die mittelfristigen Erwartungen der Anleger werden wieder besser“, sagt Patrick Hussy von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.500 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer.

Doch nicht nur die Kursgewinne sorgen für gute Laune. Rückenwind gab es zum Wochenausklang zudem vom ifo-Index. Das Konjunkturbarometer war deutlich besser als erwartet ausgefallen. Auch das scheint den Anlegern Mut zu machen, denn die Gefahr einer neuen Rezession wird damit deutlich geringer. Was viele Analysten beim ifo positiv überraschte, zeichnete sich in den Sentix Konjunkturindizes bereits seit September mit einem deutlichen Anstieg ab.

Sentix-Indikatoren

Sentiment

Das Sentiment ist die kurzfristige Markterwartung auf Sicht von einem Monat. Es zeigt die Emotionen der Anleger, die zwischen Angst und Gier liegen. Es muss antizyklisch gewertet werden. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, längerfristige Umkehrpunkte werden jedoch meist durch eine Sentimentdivergenz angezeigt.

Strategische Bias

Die strategische Bias ist die mittelfristige Markterwartung und stellt die Bewertung des Marktes durch die Anleger auf Sich von sechs Monaten dar. Es hat in der Regel Prognosecharakter und wird deshalb nicht antizyklisch bewertet. In der Regel läuft dieser Indikator dem Gesamtmarkt mehrere Wochen voraus. Verwehren sich die Anleger starken Trends, kann dies ebenfalls auf eine wichtige Anomalie hinweisen.

Neutralitätsindex

Die sentix Neutrality Indizes messen den Anteil der Neutralen im Markt. Eine hohe Zahl an neutralen Anlegern deutet auf Irritation im Markt und künftig steigende Volatilität. Ein niedriger Wert sagt aus, dass die Anleger den Markt verstanden haben und kaum irritiert sind. Im neutralen Lager finden sich zudem nicht oder gering investierte Anleger, die als künftige Nachfrager oder Anbieter von Bedeutung sind! Die Interpretation ist für kurz- und mittlere Zeiträume identisch. Deshalb gilt die Wertung in verstärktem Maße, wenn auf beiden Zeitebenen Extremwerte erreicht werden.

Overconfidence-Index

Der Sentix Overconfidence Index misst die Wahrscheinlichkeit dafür, ob seriell steigende oder fallende Kurse zu einer übermäßigen Sorglosigkeit der Anleger geführt haben. Bei Werten ab plus sieben / minus sieben muss mit Konsolidierungen / Korrekturen gerechnet werden.

Time Differential Index

Der Time-Differential Index berechnet sich aus der Differenz der (mittelfristigen) Wertwahrnehmung und der (kurzfristigen) Stimmung! Hohe Werte im Index sprechen für eine gute Stimmung, welche jedoch nicht mit einer mittelfristigen Überzeugung unterlegt ist. Dies stellt einen belastenden Faktor für den Markt dar. Umgekehrt bilden sich niedrige Werte aus, wenn kurzfristig Angst vorherrscht und gleichzeitig eine mittelfristig hohe Wertwahrnehmung existiert, was tendenziell positiv zu werten ist.

Die Grundstimmung ist so gut, dass sogar neue Jahreshochs in Sicht sind. „Wir erwarten, dass es einen weiteren Anlauf gibt“, sagt Hussy. „Das ist aber kein Selbstläufer. Der Dax muss sich in den kommenden Tagen bei 7300 / 7350 Punkten halten, sonst wird es kurzfristig nichts mit dem Ausbruch.“ Halten die deutschen Standardwerte dieses Niveau, könnte die seit September andauernde Konsolidierung endlich abgeschlossen werden.

Eigentlich hatten die Experten zur Vorwoche mit einem finalen Rücksetzer gerechnet. „Das wäre das ideale Signal für ein Ende der Konsolidierung und ein gutes Fundament für einen Ausbruch nach oben gewesen“, erklärt der Experte. Den extremer Pessimismus und ein kurzer, aber heftiger Kursrutsch sind die perfekten Indikatoren für das Ende einer Konsolidierung und nachhaltig steigende Kurse. „Angst gab es zwar, aber die Panik hatte gefehlt“, so Hussy. Die Märkte sind dem perfekten Konsolidierungs-Muster also dieses mal nicht gefolgt. Ein Grund zur Sorge ist das nicht. „Wir sind weiterhin optimistisch“, so Hussy. „Wir befinden uns in einem Aufwärtszyklus.“

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Wer seinem Rat aus der vergangenen Woche gefolgt ist und bereits einige Positionen aufgebaut hat, kann sich bereits über Gewinne freuen. Allerdings zeigt die Sentix-Umfrage auch, dass es eher die Institutionellen sind, die derzeit kaufen. Die Privaten Anleger halten sich noch zurück. Wie so oft steigen sie erst sehr spät ein. Nämlich dann, wenn die größten Kursgewinne bereits eingefahren sind.

Die Sentix GmbH ist der führende Anbieter von Stimmungsindikatoren und Sentimentanalysen in Europa. Mehr als 3.500 Investoren beteiligen sich wöchentlich an den Umfragen, die einen umfassenden und zeitnahen Einblick in die Psychologie der Börse gewährt. Das sentix Marktradar durchleuchtet Woche für Woche, welche Sentimententwicklungen für die Märkte relevant sind. Erfahren Sie mehr unter: www.sentix.de

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Kommentare (6)

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Volksverdummung

26.11.2012, 16:13 Uhr

Es vergeht tatsächlich kein Tag, an dem man nicht versucht auch noch die letzten Voll-Deppen in den Untergang zu treiben.

Account gelöscht!

26.11.2012, 17:36 Uhr

meine absolute Zustimmung!!

Liebes HB, warum schütteln Sie nicht endlich mal den "Chronischer Optimismus aufgrund reiner Laune-Mache"-Pilz ab und lassen die unfundierten Never-Ending-Kurs-Hochpush-und-aufbausch-Parolen einfach bleiben.

Wenn ich dafür nen Job beim HB bekomme, fage ich mich (ironischerweise) warum ich überhaupt Wirtschaftsingenieurswesen studieren... (*zwinker, zwinker*)


Was passieren kann, wenn das Blatt nicht Quali-Journalismus betreibt, kann an der FTD abgelesen werden...

Account gelöscht!

26.11.2012, 19:38 Uhr

Das neue Jahreshoch ist doch nur noch eine Frage des wann`s, und nicht mehr des ob`s. Und sei es auch erst im Januar oder Februar 2013 als Nachbrenner der Jahresendrally soweit.

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