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26.07.2011

07:58 Uhr

Sentix Marktradar

Rettungspaket stützt die Stimmung nur kurzfristig

Quelle:http://www.sentix.de/

Europa hat ein Rettungspaket für Griechenland auf den Weg gebracht. Kurzfristig hat das den Märkten neuen Schwung verliehen. Doch die Investoren glauben nicht an eine nachhaltige Wirksamkeit der beschlossenen Maßnahmen.

Dax-Tafel am Freitag nach dem EU-Gipfel. Die Euphorie hat nicht lange gehalten. Quelle: dapd

Dax-Tafel am Freitag nach dem EU-Gipfel. Die Euphorie hat nicht lange gehalten.

FrankfurtDas EU-Rettungspaket hat die Marktteilnehmer für Aktien kurzfristig wieder optimistisch gestimmt. Das sentix-Stimmungsbarometer stieg sich um mehr als +30 Prozentpunkte von minus 4,7 Prozent auf einen Bullenüberhang von plus 27 Prozent. Vordergründig hat die Politik also das erreicht, was sie wollte.

Mittelfristig sieht es jedoch anders aus. Denn die mittelfristigen Perspektiven für deutsche Aktien bleiben auf Tauchstation. Dies ist ein klar negatives Votum der Anleger zur Einordnung der Nachhaltigkeit der neuerlichen Rettungsaktion. In der Summe bleiben deshalb die Vorzeichen für Aktien negativ.

Baut man die beiden genannten Zeitsphären der Anlegererwartungen im sentix "Time-Differential Index" zusammen, so zeigt sich die Unvorteilhaftigkeit der aktuellen Sentiment-Konstellation für deutsche und europäische Aktien. Gerade in diesem Indikator wird die Überlagerung der mittelfristigen Zurückhaltung und kurzfristigen Freude deutlich. Die Politik hat es entgegen so mancher Lobeshymne nicht geschafft, das verloren gegangene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Bislang verbleiben die Aktienindizes – allen voran der Dax – in ihren Seitwärts-Spannen gefangen. Beim Dax liegt diese zwischen 7.500 Punkten nach oben und 7.000 nach unten. Dieser Patt-Situation haben die Anleger mit leichten Zukäufen Rechnung getragen. Die durchschnittlichen Aktieninvestitionsgrade stiegen im Juli bisher von 40 Prozent auf 42,8 Prozent bei den Privaten und von 72 auf 75 Prozent bei den institutionellen Investoren. Im langfristigen Kontext befinden sich damit die Investitionsgrade auf neutralem Niveau. Anpassungsbedarf bei einem Verlassen der Seitwärts-Zone ist also gegeben.

Anders sieht es in den Rentenportfolios aus. Hatten sich die Anleger nach der Rally des zweiten Quartals 2011 langsam wieder in den Rentenmarkt zurückbewegt, so wurden sie in der vergangenen Woche wieder kalt abgeduscht. Aufgrund des rasanten Kursverfalls im Bund-Future kam schnell Angst auf, die an den Stimmungsindikatoren ablesbar ist. Der damalige Schutzreflex der Anleger vor Inflation, welcher zur Jahreswende 2010/2011 aktiv wurde, meldet sich binnen Tagen zurück, sodass die Renteninvestitionsgraden heute dort notieren, wo wir im April 2011 bei einem Bund-Future-Niveau von 122,30 standen: Die durchschnittlichen Investitionsgraden in Renten fallen von minus zwölf auf minus 15 Prozent.

Da nützt es anscheinend auch nichts, dass sich die mittelfristigen Bondmarkt-Perspektiven deutlich aufgehellt haben. Gerade für langlaufende US-Staatsanleihen werden die Anleger auf 6-Monatssicht optimistischer, und dies, trotz der politischen Querelen um den US-Schuldenstand.

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