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14.10.2013

12:50 Uhr

Sicherer Hafen

Bundesanleihen dank Haushaltsstreit gefragt

Im US-Budgetstreit zeichnet sich keine Einigung ab. Anleger investieren daher weiterhin in deutsche Staatspapiere. Auch Bonds von Spanien und Portugal haben leicht zugelegt.

Die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt: Deutschen Staatspapiere sind wieder gefragt. Reuters

Die Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt: Deutschen Staatspapiere sind wieder gefragt.

BerlinDeutsche Bundesanleihen haben am Montag nur anfänglich leichte Kursgewinne verzeichnet. Im US-Haushaltsstreit hatte sich über das Wochenende keine Einigung abgezeichnet. Damit war die relative Sicherheit der deutschen Staatspapiere wieder stärker gefragt. Im Verlauf gaben die Papiere ihre Kursgewinne ab und pendelten um den Stand vom Freitag. Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone waren besser als erwartet ausgefallen.

Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,86 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future sank um 13 Basispunkte auf 139,67 Prozent.

Die Industrieproduktion ist im August um 1,0 Prozent gestiegen, nach einem Minus von revidiert 1,0 Prozent im Juli. In einer Umfrage von Bloomberg News war mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet worden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Industrieproduktion 2,1 Prozent niedriger, nach einem Minus von revidiert 1,9 Prozent im Vormonat, wie Eurostat in Luxemburg mitteilte.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Peripherie-Anleihen, die anfänglich leicht nachgegeben hatten, konnten nach den Konjunkturdaten überwiegend zulegen. Bei den zehnjährigen Italien-Bonds sank die Rendite um zwei Basispunkte auf 4,26 Prozent. Spanische Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit rentierten einen Basispunkte tiefer bei 4,27 Prozent. Bei den Portugal-Bonds lag die Rendite zuletzt einen Basispunkt höher bei 6,14 Prozent.

Der Markt für US-Staatsanleihen ist am Montag aufgrund des Feiertags Columbus Day geschlossen. Zehnjährige Treasuries rentierten zuletzt bei 2,69 Prozent.

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