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22.09.2014

17:08 Uhr

Sinkende Renditen

Kurs europäischer Staatsanleihen legt zu

Die Nachfrage nach festverzinslichen Vermögenswerten steigt an und lässt den Kurs europäischer Staatsanleihen steigen. Grund sind auch Spekulationen über ein schwächeres Wirtschaftswachstum Chinas.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf das niedrigste Niveau seit knapp zwei Wochen. EZB-Chef Mario Draghi soll am heutigen Montag vor dem Europaparlament Rechenschaft ablegen. dapd

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf das niedrigste Niveau seit knapp zwei Wochen. EZB-Chef Mario Draghi soll am heutigen Montag vor dem Europaparlament Rechenschaft ablegen.

Der Kurs von europäischen Staatsanleihen hat am Montag größtenteils zugelegt, die Renditen fielen entsprechend. Dahinter standen nicht zuletzt Spekulationen, wonach sich China mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum abfinden könnte.

Hinzu kamen Warnungen der weltgrößten Volkswirtschaften vor wachsenden finanziellen Risiken. Das alles ließ die Nachfrage nach festverzinslichen Vermögenswerten ansteigen.

„Die Kommentare aus China haben zu einer Risikoaversion am Markt geführt“ und Bonds unterstützt, sagte Piet Lammens, Analysechef bei KBC Bank NV in Brüssel. „Der Markt will von Draghi, dass er immer mehr und mehr tut. Heute wird er vielleicht gemäßigt klingen, aber er wird unter Umständen gleichzeitig Erwartungen zurückdrängen, wonach die EZB mit immer neuen Vorstößen kommt, noch bevor die Auswirkungen früherer Entscheidungen überhaupt sichtbar sind.“

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um einen Basispunkt auf 1,03 Prozent, das niedrigste Niveau seit knapp zwei Wochen. Der Terminkontrakt Bund-Future gewann 19 Basispunkte auf 148,68 Prozent. Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), soll am heutigen Montag vor dem Europaparlament Rechenschaft ablegen.

Die Finanzchefs und Zentralbanker der G20-Nationen hatten nach ihrem Treffen am Wochenende erklärt, dass die niedrigen Zinsen potenziell zu einem Anstieg der Finanzmarktrisiken führen könnten. Denn große Volkswirtschaften würden sich auf geldpolitische Hilfe verlassen, um das Wachstum anzukurbeln.

Die Rendite zehnjähriger französischer Bonds fiel um drei Basispunkte auf 1,36 Prozent. Am Freitag hatte das Ratingunternehmen Moody's das französische Kreditrating bei „Aa1“ mit weiterhin negativem Ausblick belassen. Zuvor hatte es in den Märkten Spekulationen über eine mögliche Abstufung Frankreichs gegeben.

Zehnjährige niederländische Papiere rentierten zwei Basispunkte tiefer bei 1,16 Prozent. In den USA rentierten zehnjährige Treasuries bei 2,56 Prozent knapp zwei Basispunkte niedriger.

Bei den Staatsanleihen der so genannten Euro-Peripherie ging es für italienische Bonds bei der Rendite um einen Basispunkt auf 2,36 Prozent abwärts. Zehnjährige spanische Papiere rentierten hingegen bei 2,20 Prozent einen Basispunkt höher.

Am Primärmarkt begab Belgien 1,12 Mrd. Euro an 2024 fälligen Anleihen zu einer Rendite von 1,284 Prozent, sowie 890 Mio. Euro an 2034 fälligen Anleihen zu einer Rendite von 2,214 Prozent.

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