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31.01.2005

17:55 Uhr

Sinkender Ölpreis und Irak-Wahlen beflügeln

Dax legt deutlich zu

Gestützt vom rückläufigen Ölpreis und mit Blick auf Lanxess haben die deutschen Standardwerte am Montag überwiegend zugelegt. Nach den Wahlen im Irak stützte Händlern zufolge auch die Hoffnung der Investoren auf eine Entspannung im Nahen Osten die Börse.

HB FRANKFURT. Der Dax kletterte am Montag um 1,26 % auf 4254,85 Zähler. Im Mittelpunkt stand die Erstnotierung des von Bayer abgespaltenen Chemiekonzerns Lanxess. Im MDax heizten Übernahmespekulationen die Nachfrage nach Aktien von Pro Sieben Sat1 an. Indessen drückten Gerüchte um die Kreditfinanzierung von Karstadt-Quelle die Aktien des angeschlagenen Handelskonzerns stark ins Minus.

Die Opec hatte am Wochenende die Fördermengen vorläufig auf unverändert hohem Niveau gelassen, was an den Terminmärkten mit Preisabschlägen von mehr als einem Dollar auf die verschiedenen Ölsorten honoriert wurde. Händler verwiesen auch auf den Verlauf der Parlamentswahlen im Irak, wo viele Menschen trotz Anschlägen zur Wahl gingen. "Nach dem, was man befürchtet hatte, sind die Wahlen glimpflich ausgegangen. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass die Leute aus dem Chaos heraus wollen und damit die USA vielleicht doch ihre Truppen früher als gedacht abziehen können", sagte ein Händler. Der sinkende Ölpreis und eine Kaufempfehlung von Merrill Lynch machten Lufthansa-Aktien mit einem Tagesgewinn von 3,6 % auf 10,72 ? zu den größten Gewinnern im Dax.

Die Aktien von Bayer schlossen nach der Börsenpremiere ihrer Chemie-Tochter Lanxess auf den ersten Blick im Minus, legten unter Berücksichtigung der Abspaltung jedoch zu. Bayer-Aktien notierten gegenüber dem Freitagsschluss 2,2 % niedriger bei 24,39 ?, Befürchtungen von Experten auf einen höheren Abschlag bewahrheiteten sich damit nicht. Bereinigt um den Effekt der Lanxess-Abspaltung notierten Bayer 3,9 % im Plus. Die Aktionäre erhielten für zehn Bayer-Aktien zusätzlich eine Lanxess-Aktie, die mit 15,75 ? an der Börse startete. Bis zum Handelsschluss bröckelte der Kurs des als MDax-Kandidat geltenden drittgrößten reinen Chemiekonzerns Deutschlands auf 14,84 ? ab. Der Börsengang hatte zu dem Kuriosum geführt, dass erstmals für einen Tag 31 Titel den Dax bildeten.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten mit einem Plus von 3,1 % auf 44,23 ? RWE-Aktien, was Händler auf Kaufsignale aus der Charttechnik und Spekulationen über einen Einstieg bei der Frankfurter Mainova zurückführten. RWE dementierte die Einstiegspläne.

Mehr als der Dax gewannen mit 2,6 % auf 36,81 ? die Aktien von VW, die von hohen Erwartungen der Anleger an den Amtsantritt des früheren Daimler-Chrysler-Managers Wolfgang Bernhard Anfang Februar in Wolfsburg profitierten. "Positive Medienberichte über Bernhard zeigen ihre Wirkung", sagte ein Händler. "Neben diesem Bernhard-Bonus profitiert die Aktie vom relativ hohen Nachholbedarf gegenüber anderen Autowerten."

Größter Gewinner im MDax waren die Aktien von Pro Sieben Sat1 mit einem Kursplus von 9,4 % auf 14,11 ?. Nach Medienberichten hat der Verlag Axel Springer in den USA beim ProSieben-Großaktionär Haim Saban die Chancen für einen Kauf der Stimmrechtsmehrheit ausgelotet. Reuters erfuhr dazu aus Branchenkreisen, es gebe derzeit keine konkreten Gespräche über einen Mehrheitsverkauf.

Beim Warenhauskonzern Karstadt-Quelle quittierten Anleger Gerüchte, wonach die Banken ihre Kreditlinien zurückzögen, mit einem Abschlag von fast sechs Prozent auf 7,23 ?. In Bankenkreisen hieß es, das drei Jahre laufende Kreditvolumen über insgesamt 1,75 Mrd. ? sei sicher. Bis zu fünf Banken hätten lediglich mit dem Weiterverkauf im Sekundärmarkt begonnen.

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