Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2014

12:46 Uhr

Skandalbank

Fitch rügt Österreichs Kurs in der Hypo-Krise

Die Ratingagentur Fitch stellte den politischen Kurs und die Glaubwürdigkeit Österreichs in Frage. Grund dafür war der Schlingerkurs bei der Abwicklung der Hypo Alpe Adria. Das „AAA“-Rating bleibt aber bestehen.

Die Skandalbank Hypo Alpe Adria hat die österreichische Regierung in Bedrängnis gebracht: Die Ratingagentur Fitch rügte Österreich. Reuters

Die Skandalbank Hypo Alpe Adria hat die österreichische Regierung in Bedrängnis gebracht: Die Ratingagentur Fitch rügte Österreich.

WienDie Ratingagentur Fitch hat den Schlingerkurs der österreichischen Regierung bei der Abwicklung der Skandalbank Hypo Alpe Adria kritisiert. Österreich habe sich noch nicht für eine Variante zum Abbau des Instituts entschieden, bemängelte Fitch am Freitag. „Das schürt Bedenken über die Stimmigkeit des politischen Kurses und die Glaubwürdigkeit in der nahen Zukunft“, hieß es in der Mitteilung. Dennoch zeigten sich die Experten zuversichtlich, dass Österreich dank seiner soliden Finanzlage die Kosten für die Abwicklung der Bank stemmen könne. Sie bewerten die Bonität des Landes weiterhin mit der Bestnote „AAA“ und einem stabilen Ausblick.

Finanzminister Michael Spindelegger sicherte indes weitere Anstrengungen der Regierung zu. „Wir müssen unser Defizit ambitioniert weiter abbauen, Reformen Schritt für Schritt umsetzen, Wachstum fördern und jeden Schaden für den heimischen Wirtschafts- und Arbeitsstandort vermeiden“, sagte er.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Österreich hatte die Hypo Alpe Adria Ende 2009 notverstaatlicht, weil die frühere Mutter BayernLB kein Geld mehr in das Institut stecken wollte, das sich mit einer massiven Expansion am Balkan verhoben hat. Auf Geheiß der EU-Wettbewerbshüter muss die Alpenrepublik die Bank nun im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen abbauen. Bislang hatte die Regierung dafür die Schaffung einer staatlichen Bad Bank favorisiert, in die die Hypo ihre unverkäuflichen und nicht lebensfähigen Teile auslagern könnte. Dadurch würde jedoch die Staatsverschuldung auf rund 80 von zuletzt gut 74 Prozent ansteigen. Das sei mehr als ursprünglich erwartet, erklärte Fitch.

Um die Kosten für den Hypo-Abbau nicht allein auf die Steuerzahler abzuwälzen, prüft die Regierung auch eine Insolvenz des Instituts. Dann müssten auch Gläubiger wie die BayernLB mit Verlusten rechnen. Zudem will Spindelegger die Anleihegläubiger der Hypo zu einem Schuldenschnitt bewegen - trotz milliardenschwerer Staatsgarantien für die Papiere der Bank. Diese Haftungen stellt Spindelegger nun in Frage: Er sehe nicht ein, dass Hypo-Anleiheinhaber den Nominalwert von 100 Euro für ihre Papiere vom Staat zurückbekommen sollten, wenn diese aktuell zu einem niedrigeren Preis gehandelt würden, sagte er im ORF-Radio.

Die Hypo hat derzeit Anleihen im Volumen von 12,5 Millionen Euro im Umlauf - allesamt besichert mit Haftungen des früheren Eigentümers Land Kärnten. Sollte die Bank Pleite gehen, müsste das Land die Schulden zurückzahlen. Das würde die Finanzkraft Kärntens jedoch übersteigen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×