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20.05.2014

16:55 Uhr

Skeptische Bankenaufsicht

Bafin mahnt zur Aufmerksamkeit bei „CoCo“-Bonds, aber auch bei Staatsanleihen

Sie sind für institutionelle Anleger interessant, die der Niedrigzins plagt. Mit hohen Zinsen locken riskante „CoCo“-Bonds auch windige Renditejäger, warnt die BaFin. Sie will außerdem neue Maßstäbe für Staatsanleihen.

Die Präsidentin der Finanzaufsicht Bafin, Elke König, will genau hinschauen, was rund um die neuen Anleihen passiert. dpa

Die Präsidentin der Finanzaufsicht Bafin, Elke König, will genau hinschauen, was rund um die neuen Anleihen passiert.

FrankfurtDie deutsche Finanzaufsicht BaFin hat einen strengen Blick auf die neuartigen Anleihen der Banken zum Schutz vor Krisen. Es sei gut, dass sich ein Markt für die sogenannten „CoCo“-Bonds (Contingent Convertible Bonds) bilde und die Geldhäuser mit den Papieren ihre Eigenkapitalausstattung verbesserten, sagte BaFin-Chefin Elke König am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz ihres Hauses in Frankfurt. „Auf der anderen Seite beobachten wir als Wertpapieraufsicht natürlich sehr genau, welchen Investoren die Banken diese zum Teil komplexen, in jedem Falle innovativen Anleihen anbieten. Hier geht es auch um Transparenz.“ Interessenkonflikte müssten vermieden werden.

Die „CoCos“ werden im Krisenfall entweder in Aktien gewandelt oder vorübergehend abgeschrieben, um die Bank zu entlasten. Die Investoren bekommen für das höhere Risiko auch eine höhere Rendite, zuletzt waren es im Durchschnitt rund sechs Prozent. Das ist im Niedrigzinsumfeld auch für konservative institutionelle Anleger attraktiv. Grundsätzlich jagen aber vor allem Hedgefonds und andere Finanzinvestoren nach Hochzinsanleihen. Manche von ihnen können zu unbequemen Investoren werden.

Als erstes deutsches Geldhaus hat sich die Deutsche Bank unlängst mit „CoCos“ auf den Markt gewagt. Finanzkreisen zufolge dürfte sie dabei insgesamt drei Milliarden Euro einsammeln - doppelt so viel wie zunächst geplant. Mit dem Ergebnis wird in Kürze gerechnet.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin dringt außerdem darauf, dass Versicherer ihre riesigen Mengen von Staatsanleihen mit Eigenkapital absichern. „Wir teilen als Bafin ganz entschieden die Auffassung, dass Staatsanleihen nicht als risikofreie Anlage zu qualifizieren sind“, sagte der oberste Versicherungsaufseher der BaFin, Felix Hufeld. Die Behörde dränge die großen Versicherer schon jetzt dazu, dies in ihren internen Bilanzierungsmodellen zu berücksichtigen. Der größte deutsche Versicherer Allianz hatte das kürzlich als eines der ersten Unternehmen der Branche umgesetzt - auf Kosten seiner Solvabilitätsquote, der gängigen Kapitalkennziffer in der Branche.

Allerdings verwenden nur vier deutsche Konzerne interne Modelle, die große Mehrheit orientiert sich am international einheitlichen Standardmodell, das keine Unterlegung mit Eigenkapital vorsieht. Hufeld sagte, er wolle sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Staatsanleihen als nicht risikolos eingestuft werden. „Ich bin zuversichtlich, dass man sich im Lauf der nächsten Jahre diesem Ideal annähern wird.“ Bisher hatte stets die Politik verhindert, dass die Regulierer am Nimbus der Staatspapiere kratzen, die sich in der Euro-Krise als nicht ausfallsicher erwiesen hatten.

Auch bei Banken werden die Rufe von Regulierern lauter, an der Praxis etwas zu ändern. BaFin-Präsidentin Elke König sagte, der Umgang mit diesen Papieren fördere die Verquickung von Staaten und Banken.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.05.2014, 11:03 Uhr

die bafin ist ein Haufen Heuchler! erst lassen sie den Rotz pausenlos zu, um nun davor zu warnen? ekelhaft!

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