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08.01.2007

10:13 Uhr

SMI: Begrenzung auf 20 Titel

Schweizer Börsenindex wird exklusiver

Eine der kleinsten der führenden Börsen Europas, die Schweizer Börse SWX, möchte die Titel, die zum Swiss Market Index gehören, auf 20 reduzieren. Zusätzlich ist ein neuer, auch für ausländische Investoren attraktiver Standardwerte-Index geplant.

(oli) ZÜRICH Die Schweizer Börse SWX, die kleinste der führenden Börsen in Europa, will die Zahl der Titel, die zum Leitbarometer Swiss Market Index (SMI) gehören, auf 20 verringern. Darüber hinaus planen die Schweizer, einen neuen Standardwerte-Index einzuführen. Er soll 30 Titel umfassen, von denen allerdings keiner mehr als neun Prozent des Gesamtgewichts des Indizes repräsentieren darf.

Die Börse gab Ende vergangener Woche bekannt, dass der SMI im September dieses Jahres von derzeit 26 auf dann 20 Titel verkleinert werden soll. Welche Werte in den neuen Blue-Chip-Index aufgenommen werden, hängt ab von der durchschnittlichen Tages-Kapitalisierung, die bis zum 30. Juni dieses Jahres ermittelt wird, dem Handelsumsatz in den zwölf Monaten zuvor und dem Free Float. Wäre der Stichtag am Freitag gewesen, so wären die Swatch-Namensaktien, die Titel des an die deutsche Merck verkauften Biotechunternehmens Serono, der Versicherer Baloise, sowie die Chemiekonzerne Ciba, Clariant und Lonza aus dem Index gefallen.

Der SMI hat bislang im Gegensatz zu anderen Indizes wie dem Dax oder dem Dow Jones keine feste Mitgliederzahl. Es gab lediglich eine Obergrenze von 30 Titeln, die aber nie erreicht worden ist. Gestartet war der Index 1988 mit 24 Werten, sechs Jahre später war die Mitgliederzahl auf 18 gesunken.

Das Problem des SMI besteht bislang darin, dass er sehr stark von fünf Titeln abhängig ist: Die Werte der Pharmaunternehmen Roche und Novartis, die Finanzwerte UBS und Credit Suisse, sowie die Aktien des Lebensmittelherstellers Nestlé machen rund 70 Prozent des Gewichts im SMI aus. Damit ist der Index für institutionelle Investoren etwa aus den USA Tabu, die nach ihren Regeln ihr Geld nur in Produkte aus einen Index anlegen dürfen, in dem die Kapitalisierung von Einzelwerten nicht mehr als zehn Prozent des Gesamtgewichts beträgt. Für sie wird nun der neue, gekappte Index mit 30 Standardwerten geschaffen. Einen Namen hat dieser Index, der auch zu höheren Lizenzeinnahmen für die Schweizer Börse führen wird, noch nicht. Klar ist bislang nur, dass er nicht das Kürzel SMI enthalten soll.

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