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31.08.2012

12:22 Uhr

Social Trading

Auf der Spur der Profi-Spekulanten

Die Börsen spielen verrückt, die Aktienkurse schwanken kräftig; viele Anleger sind verunsichert, wissen nicht, wohin mit ihrem Geld. Was läge da näher, als einfach die Handelsstrategien der Profis zu kopieren?

Handelsraum der Frankfurter Wertpapierbörse. dpa

Handelsraum der Frankfurter Wertpapierbörse.

FrankfurtManuel Heyden denkt oft an die Anfänge zurück. An das Jahr 2009, ein spannendes zweifellos. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wenige Monate zuvor, der Höhepunkt der Finanzkrise, Panik an den Finanzmärkten. Eigentlich kein gutes Jahr, um ein Unternehmen zu gründen, schon gar nicht, wenn das Unternehmen auch nur im Entferntesten mit dem Thema Finanzen zu tun hat. So wie Ayondo.

Hinter dem melodisch klingenden Namen verbirgt sich eine Firma, die ihr Geld mit Social Trading verdient, also einer Art Facebook für Kleinanleger. 2009 hat das so manchen verstört.  Die Bafin, die deutsche Finanzaufsicht, schickte gleich mehrere Prüfer in die Frankfurter Kaiserstraße, das neue Büro von Ayondo, um sich zu vergewissern, dass auch alles in Ordnung war mit dem jungen Unternehmen. War es.

Diese "Turnaorund"-Wetten haben funktioniert

Wette 1

Pro Sieben Sat 1. galt Anfang 2009 als sicherer Pleitekandidat. Zu hoch verschuldet, keine Wachstumsperspektiven. Die Aktie rutschte auf 0,90 Euro ab. Mittlerweile, rund drei Jahre später, kosten die Papiere wieder mehr als 18 Euro. Zeitweise notierte die Aktie sogar bei mehr als 25 Euro.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,90 Euro

Aktienkurs heute: 18 Euro

Wette 2

Hugo Boss hat eine ganz ähnliche Geschichte wie Pro Sieben Sat 1. Bei beiden Unternehmen stieg einst Finanzinvestor Permira ein. Den Kaufpreis durften die MDax-Konzerne freundlicherweise selbst bezahlen, die Schuldenquote stieg. Während der Finanzkrise mieden Investoren Aktien von Unternehmen, die hoch verschuldet waren, auch Hugo Boss. Doch der Modekonzern zahlt seine Schulden pünktlich zurück. Mehr noch: er verdient prächtig.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 8,82 Euro

Aktienkurs heute: 74 Euro

Wette 3

SAF Holland galt lange Zeit als sicherer Pleitekandidat. Die Banken wollten keine Kredite mehr locker machen, der Schuldenstand wuchs. Doch der LKW-Zulieferer hat die Krise überstanden, die Produkte von SAF sind gefragt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,35 Euro

Aktienkurs heute: 4,60 Euro

Wette 4

Infineon galt einst als die heißeste Wette im Dax. Monatelang bangten die Anleger 2008 und 2009 um den Chiphersteller. Wegen der Finanz- Und Wirtschaftskrise verbrannte Infineon das Geld in Windeseile. Wer damals an das Unternehmen glaubte, wurde reich belohnt.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 0,39 Euro

Aktienkurs heute: 5,50 Euro

Wette 5

Continental wurde voll von der Finanzkrise, die zu einer Krise der Autoindustrie wurde, erwischt. Banken taten sich bei der Finanzierung schwer, der Aktienkurs rutschte. Schnäppchenjäger griffen zu.

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 10,99 Euro

Aktienkurs heute: 80 Euro

Wette 6

Villeroy & Boch ist in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten. Der Hersteller von Badezimmer-Ausstattungen musste eine Millionenstrafe wegen Preisabsprachen bezahlen, der Aktienkurs rutschte in der Folge ab. Wer einstieg, hat alles richtig gemacht

Aktien-Tiefstkurs (5 Jahre): 3,10 Euro

Aktienkurs heute: 7,50 Euro

Mittlerweile hat sich Ayondo etabliert. Denn die Geschäftsidee ist gleichermaßen einfach wie interessant für Anleger. Ayondo bietet Profi-Tradern eine Plattform, ihre Trades im Netz öffentlich zu machen. Privatanleger wiederum können sich die Strategien anschauen und zu eigen machen. Mit einem Mausklick können sie bis zu fünf Top-Trader auswählen und deren Handelssignale automatisch über ein eigenes Konto laufen lassen.

Für viele Privatanleger ein verlockendes Angebot. Denn mancher ist derzeit verunsichert, weil niemand so recht weiß, wohin die Reise geht an den Börsen. Warum sich nicht auf die Meinung derer stützen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als Chartsignale zu studieren – und die bereits bewiesen haben, dass sie über einen längeren Zeitraum gute Renditen erzielen?

Die Anleger können sich zudem darauf verlassen, dass nicht irgendwelche Trader ihr Geld verjubeln, sondern genau darauf geachtet wird, dass nur die besten ihre Strategien veröffentlichen dürfen. Erst wer nachgewiesen hat, dass er gute Renditen abliefert, wird von Ayondo zertifiziert. Erst dann können die Anleger deren Strategien nachahmen. Bislang haben immerhin mehr als 1000 Trader an der Zertifizierung teilgenommen, 170 haben die Qualitätsanforderung bislang erfüllt.

Wo steht der S&P500 am Ende des Jahres?

Bank of America

1.450 Punkte

Bank of Montreal

1.425 Punkte

Barclays

1.330 Punkte

Citigroup

1.425 Punkte

Credit Suisse

1.425 Punkte

Deutsche Bank

1.475 Punkte

Goldman Sachs

1.250 Punkte

HSBC

1.490 Punkte

JPMorgan

1.430 Punkte

Morgan Stanley

1.167 Punkte

Oppenheimer

1.450 Punkte

UBS

1.375 Punkte

Wells Fargo

1.360 Punkte

Ayondo-Chef Heyden ist fest davon überzeugt, dass sein Konzept dauerhaft funktionieren wird. Er ist selbst Händler und weiß, dass eine solche Plattform für beide Seiten Vorteile bietet: Für den Kleinanleger, die dem Profi-Spekulanten über die Schulter schauen können. Aber auch für die Profis, die die Gelegenheit bekommen, ihre Fähigkeiten zu zeigen, sich möglicherweise für andere Aufgaben zu empfehlen. Viele von den Tradern sitzen daheim im stillen Kämmerlein  

Von

pan

Kommentare (4)

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aktionar

31.08.2012, 12:30 Uhr

ya, wir sollten von den Profis lernen

Und bei wenn wir zum Aldi gehen, sollten wir auch ein space shuttle nutzen, aber doch besser gleich ein Hitler-Ufo.

Deleveraged

31.08.2012, 13:44 Uhr

Kurz angesehen und etwas erschrocken -- fehlt in dem Artikel des sonst oft so Derivate-kritischen Handelsblatts nicht der Hinweis, dass hier keine Substanz gehandelt wird, sondern nur CFDs? Ach so, ist ja eh' nur ein Artikel auf PR-Basis ... Und so liest sich das dann bei Ayondo:

"Top-Trader handeln anders als die meisten Privatanleger keine Aktien, sondern Finanzinstrumente auf Aktienindizes (DAX, Dow Jones, S&P500 oder FTSE100), Devisen (Euro, Dollar, Yen, Pfund) oder Rohstoffe (Gold, Silber, Öl).

Sie spekulieren auf teilweise sehr geringe Kursveränderungen in diesen Basiswerten und sind dabei größtenteils nur wenige Minuten oder Stunden im Markt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Märkte steigen oder fallen."

Klar: In unsicheren Zeiten sollten Privatanleger am besten ihr Geld den 'Top-Tradern' anvertrauen, das ist dann völlig social und irgendwie am Puls der Zeit. Ich geh dann mal short auf Qualitätsjournalismus, all in!

Trader

31.08.2012, 14:31 Uhr

hier gibt es einen Erfahrungsbericht zu ayondo: http://www.cfd-portal.com/tradingsignale/ayondo/erfahrungsbericht-automatisierte-gewinne-mit-ayondo/

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