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08.01.2010

12:32 Uhr

Solarworld

Der Bonner Sonnenkönig, Prinz Poldi und der Papst

VonJörg Hackhausen, Christian Panster

Solarunternehmen gehört die Zukunft - heißt es zumindest immer. Weil das Öl irgendwann versiegt, muss die Energie künftig woanders herkommen. Noch spielt die Sonnenenergie im bundesdeutschen Energiemix zwar nur eine kleine Rolle. Doch an der Börse hat die Zukunft bereits begonnen. Die beste deutsche Aktie der letzten zehn Jahre ist eine Solaraktie.

Logo der Solarworld AG: Im Vergleich zu einigen Konkurrenten steht das Bonner Unternehmen gut da. ap

Logo der Solarworld AG: Im Vergleich zu einigen Konkurrenten steht das Bonner Unternehmen gut da.

FRANKFURT. Die erfolgreichste deutsche Aktie der letzten zehn Jahren trägt das Kürzel SWV, ausgeschrieben: Solarworld. Rund 1 800 Prozent haben die Papiere des Bonner Unternehmens seit Beginn des neuen Jahrtausends zugelegt.

Dabei waren die vergangenen zehn Jahre nicht einmal besonders gut, wenn man sich den Gesamtmarkt anschaut. Der Dax notiert heute rund 2 000 Punkte tiefer als im Jahr 2000. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman schlägt daher vor, das vergangene Jahrzehnt "die Große Null" zu nennen. Es sei "vor allem nichts passiert", schrieb Krugman in der New York Times.

So ganz stimmt das nicht, man muss nur genau hinschauen. Am Anfang stand ein Börsencrash und am Ende auch, doch zwischen Dotcom-Blase und Finanzkrise konnten Anleger mit etwas Glück und Geschick kräftige Gewinne einfahren. Das Handelsblatt stellt in den kommenden Wochen die großen Börsenstars der vergangenen zehn Jahre vor - und zeigt auf, was in Zukunft von den Aktien zu erwarten ist.

Ein paar Überraschungen sind dabei. So wie Solarworld. Sie ist die beste Aktie aus dem CDax. Dieser Index enthält alle inländischen Unternehmen aus den Marktsegmenten Prime und General Standard und repräsentiert damit die gesamte Breite des deutschen Aktienmarktes.

Die Geschichte des Konzerns ist die Geschichte des Chefs

Die Geschichte von Solarworld ist nicht denkbar ohne ihren Gründer: Frank Asbeck startete 1988 mit seiner Bonner Solarfirma und brachte sie im November 1999 an die Börse. Mit dem Erlös kaufte er die Solarsparte von Bayer. Der Ausgabepreis der Solarworld-Aktie lag bei 13,75 Euro. Allerdings ist dieser Kurs nicht direkt mit dem heutigen vergleichbar, weil sich in der Zwischenzeit die Anzahl der Aktien durch die Ausgabe von Gratisaktien beziehungsweise Aktiensplits erhöht hat. Bereinigt um diese Effekte beträgt der Emissionskurs 86 Cent. Heute kostet ein Anteilsschein gut 16 Euro.

Asbeck ist nicht gerade als Leisetreter bekannt. Halb bewundernd, halb scherzhaft nennt man ihn auch den Sonnenkönig. Er hat die Solarbranche in Deutschland geprägt - und mischt sie bis heute immer wieder auf. Zuletzt mit seinem Vorschlag, die Förderung für Solarstrom solle gekürzt werden. Daraus spricht das Selbstbewusstsein, das man sich als Nummer eins leisten kann. Der größte deutsche Solarkonzern hat es im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten geschafft, die Krise ohne Verluste zu überstehen. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr erstmals über die magische Marke von einer Mrd. Euro. In den Anfangsjahren war an solche Dimensionen noch nicht zu denken, damals lag der Umsatz bei bescheidenen fünf Mio. Euro.

Kommentare (1)

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k.-h.

24.01.2010, 19:42 Uhr

Also Prinz Poldi sitzt immer noch in bayern - ob er nun Rennen fährt oder nicht. Mit Asbek und 1.FC hat er nun wirklich überhaupt nichts zu tun - Gott sei`s getrommelt und gepfiffen! Und das bleibt so.

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