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07.10.2011

11:19 Uhr

Sorge um RBS

Moody's senkt Daumen über britische Banken

Bankenkrise und kein Ende: Die Ratingagentur Moody's hat gleich zwölf britische Institute herabgestuft. Die britische Regierung fürchtet laut eines Medienberichts neue Unruhen bei der Royal Bank of Scotland.

Die Royal Bank of Scotland hat viel Geld in Euro-Staatsanleihen angelegt. Reuters

Die Royal Bank of Scotland hat viel Geld in Euro-Staatsanleihen angelegt.

LondonMoody's hat zwölf britische Banken herabgestuft. Die Ratingagentur senkte ihre Bonitätsnoten für Lloyds TSB Bank, Santander UK und Co-Operative Bank um eine Stufe, die Ratings für die Royal Bank of Scotland und Nationwide Building Society nahm sie um zwei Stufen zurück. Außerdem wurden sieben kleinere Institute um eine bis fünf Stufen zurückgesetzt.

Die Bonität von RBS wurde um zwei Stufen auf A2 von zuvor Aa3 herabgestuft, die von Lloyds um eine Stufe auf A1 von Aa3. Es sei zwar weiter davon auszugehen, dass die britische Regierung diese als systemrelevant geltenden Institute im Krisenfall unterstützen würde, teilte Moody's mit. Doch bei kleineren Banken sei das nicht mehr ganz so sicher.

Finanzminister George Osborne versuchte, Bedenken zu zerstreuen. Im BBC-Radio sagte er: „Ich bin überzeugt, dass die britischen Banken gut kapitalisiert und liquide sind. Sie haben nicht die Art von Problemen, die manche Banken in der Eurozone gerade haben.“ Die Entscheidung von Moody's spiegele nur das Bemühen der Regierung wider, künftig möglichst wenig Steuergelder in die Rettung von
Banken zu stecken. Und genau das erwarte die Bevölkerung schließlich.

Mit RBS und Lloyds hatten zwei der vier britischen Großbanken in der Finanzkrise vom Staat gerettet werden müssen. Seither stricken Regierung und Aufseher auf der Insel an einer besonders strengen Regulierung für die Branche. Geplant ist unter anderem die Errichtung eines „Schutzschildes“ um die Spareinlagen, um das Filialgeschäft vom riskanteren Investmentbanking abzuschirmen. Letzteres könnte dann im Krisenfall abgewickelt werden, ohne die gesamte Bank zu gefährden.
Die Aktien von RBS und Lloyds reagierten mit deutlichen Verlusten auf die Rating-Herabstufung. Sie verloren in einem freundlichen
Marktumfeld jeweils rund zwei Prozent. Bereits im Mai hatte Moody's die Ratings für die britischen Banken auf Beobachtung gesetzt. .

Welche europäischen Banken 2011 ihr Kapital erhöht haben

Commerzbank

Seit zwei Jahren gehört das deutsche Institut zu einem Viertel dem Staat. Mit den Mitteln aus der Kapitalerhöhung will die Bank den größten Teil der rund 16 Milliarden Euro schweren staatlichen stillen Einlage ablösen - eine Art haftendes Eigenkapital ohne Stimmrechte. Insgesamt sammelte die Commerzbank zwischen April und Juni rund 14 Milliarden Euro ein.

Intesa SanPaolo

Erst kürzlich erhöhte die italienische Bank Intesa SanPaolo ihr Eigenkapitel um rund 7 Milliarden Dollar. Mit einer Kernkapitalquote von 7,9 Prozent zum Ende des Jahres 2010 benötigt Intesa nicht unmittelbar frisches Geld. Die Großbank dürfte sich jedoch auf die neuen Eigenkapitalregeln unter Basel III vorbereiten.

Danske Bank

Auch die dänische Danske Bank polsterte in diesem Jahr bereits ihre Kapitalausstattung auf. Im April sammelte sie rund 4 Milliarden Dollar ein. Mit Hilfe der Emission sollen staatliche Finanzhilfen zurückgezahlt werden.

Monte dei Paschi di Siena

Im August hat die italienische Bank Monte dei Paschi eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Der Schritt mit einem Volumen von rund 3 Milliarden Dollar soll dem Institut die Rückzahlung der so genannten Tremonti-Bonds ermöglichen.

 

Nordea Bank

Auch die dänische Nordea Bank sah sich gezwungen, ihre Eigenkapital aufzustocken: Im April dieses Jahres sammelte sie rund 2,9 Milliarden Dollar ein.

Bank of Ireland

Das irische Institut Bank of Ireland entging durch eine Kapitalerhöhung von rund 2,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr nur knapp der Verstaatlichung. Durch die Beteiligung eines privaten Konsortiums liegen mindestens 68 Prozent des Instituts in privaten Händen.

Banco Popolare

Die mailändische Banco Popolare stockte im Februar ihre Kapitaldecke auf – um 2,7 Milliarden Dollar. Sie hatte in der Krise staatlich garantierte Anleihen in Anspruch genommen. Die wollte sie ablösen.

Agricultural Bank of Greece

Die Agricultural Bank of Greece (ATE) ist ein Sorgenkind des griechischen Bankensektors und fiel beim Stresstest der Bankenaufsicht durch. Sie erhöhte ihr Eigenkapital im Juni um 1,8 Milliarden Euro.

Unione die Banche Italiane

Im zweiten Quartal dieses Jahres konnte Italiens viertgrößte Bank ihr Ergebnis durch Steuergutschriften fast verdreifachen. Zuvor hatte sie eine Kapitalerhöhung von 1,4 Milliarden Dollar durchgeführt.

Emporiki Bank of Greece

Die viertgrößte Bank Griechenlands erhöhte ihr Eigenkapital im März ebenfalls um 1,4 Milliarden Dollar.

Bank of Piraeus

Die griechische Bank ist wegen des Umtauschs einheimischer Staatsanleihen tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Januar griff sie zum Instrument der Kapitalerhöhung – und sammelte rund 1,1 Milliarden Dollar ein.

Marfin Popular Bank Public

Die zyprische Marfin Popular Bank erhöhte im Februar ihr Eigenkapital um 700 Millionen Dollar.

Banco de Sabadell

Die spanische Bank  kam beim Stresstest nur auf eine Kernkapitalquote von 5,7. Erst im Februar hatte sie Kapital um rund 600 Millionen Euro erhöht.

Monte dei Paschi di Siena

Die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena hat sich mit 536 Millionen Dollar neuem Kapital eingedeckt. In der Finanzkrise hatte das Institut aus der Toskana als erste italienische Bank Staatshilfen in Anspruch genommen, nachdem es sich vor der Krise vor allem mit der Übernahme der norditalienischen Banca Antonveneta stark verschuldet hatte.

Aareal Bank

Knapp 399 Millionen Dollar nahm die Aareal Bank durch die Platzierung neuer Aktien im April 2011 ein. Ein Teil des Erlös nutzte das Institut, um Staatshilfen an den Bankenrettungsfonds zurückzuzahlen.

Banco Comercial Portugues

Auch die Banco Comercial Portugues hat sich mit frischem Kapital eingedeckt. Das Institut generierte 377 Millionen Dollar.

Die Nachricht von der Herabstufung trifft mit einem Pressebericht zusammen, dem zufolge in der britischen Regierung die Sorge vor einem neuem Kapitalbedarf der Royal Bank of Scotland (RBS) wächst. „Wenn es in Europa eine breite Bewegung zur Rekapitalisierung von Banken gibt, dann ist es denkbar, dass auch die RBS mehr Staatshilfen benötigt“, zitierte die „Financial Times“ einen Regierungsvertreter.

Die RBS hat im Vergleich zu anderen britischen Banken viel Geld in Staatspapieren von Euro-Schuldenländern angelegt. Bereits im ersten Halbjahr korrigierte sie den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen von 1,2 Milliarden Euro nach unten. In Italien hat sie noch 4,0 Milliarden Euro im Feuer. Die RBS zählt weltweit zu den größten Verlierern der Finanzkrise von 2008. Sie hatte in den Jahren 2008 bis 2010 einen Verlust von rund 29 Milliarden Pfund angehäuft und musste verstaatlicht werden. 82 Prozent der Aktien liegen derzeit beim Staat. Die Kosten für die Rettung der Bank belaufen sich laut Zeitung bislang auf 45 Milliarden Pfund (52 Milliarden Euro).

Auch an der Börse in Lissabon gaben die Kurse von Bankaktien nach. Denn parallel zu den britischen Banken stufte Moody's auch neun portugiesische Banken zurück. Die Agentur sieht eine Verschlechterung der Finanzstärke der Institute als Folge des hohen Bestandes an portugiesischen Staatsanleihen, der erwarteten Verschlechterung der Anlagen in der Heimat sowie der aktuellen Liquiditätsbeschränkungen für portugiesische Banken. Betroffen von der Herabstufung sind unter anderem die Ratings der Großbanken Banco Comercial Portugues, Banco Espirito Santo und Banco BPI.

Kommentare (11)

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hamp

07.10.2011, 09:21 Uhr

kein problem....meinen kinder und enkelkinder wird für ihren korrupten handeln und boni gerade stehen...macht euch keine sorgen..die würden 14 stunden am tag arbeiten und 70% steuer bezahlen um diesen banken zu helfen...

kein problem..

Account gelöscht!

07.10.2011, 10:20 Uhr

Die größte Bank Englands benötigt 25 Milliarden Pfund vom Steuerzahler....
... jeden Monat!!

Account gelöscht!

07.10.2011, 10:24 Uhr

Tja, so ist das. Im Sommer wurde dem Volk im Rahmen des EBA Stresstest eine gesunde Bankenwelt präsentiert.

Einen echten Stresstest würden die Banken nicht vertragen:
http://www.start-trading.de/blog/2011/10/06/wer-braucht-europa/

Bleibt also nur die Rettung 2.0 für die Finanzwelt. Ob diesmal das Volk mitspielt und die Banken erneut rettet, dass darf bezweifelt werden.

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