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18.04.2011

17:49 Uhr

Sorgen um US-Bonität

Anleger fliehen aus Aktien, Dax tief im Minus

Die Ratingagentur S& P droht mit einer Herabstufung der Bonität der Vereinigten Staaten. Die Anleger reagieren geschockt, der Dax fällt zeitweise unter 7000 Punkte. Einige Anlageklassen können aber profitieren.

Schock für die Märkte: S&P droht den Vereinigten Staaten mit der Herabstufung der Bonität. Quelle: Reuters

Schock für die Märkte: S&P droht den Vereinigten Staaten mit der Herabstufung der Bonität.

FrankfurtAllmählich wird es für die größte Volkswirtschaft der Welt brenzlig. Als erste Ratingagentur kündigte Standard & Poor's (S&P) eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit des von Rekordschulden geplagten Landes an. S&P senkte senkte heute den Ausblick von stabil auf negativ. In diesem Falle droht eine Rücknahme der Bestnote "AAA". "Mehr als zwei Jahre nach Beginn der aktuellen Krise haben sich die US-Politiker noch immer nicht geeinigt, wie sie den finanzpolitischen Abwärtstrend umkehren oder den langfristigen Finanzdruck angehen", begründete S&P-Analyst Nikola G. Swann.

Wenn die USA wackelt, sorgt das an den Märkten für Turbulenzen. Anleger fliehen aus Aktien. Der Dax verdoppelte nach der Nachricht die Verluste und liegt 2,1 Prozent im Minus auf 7026 Punkte, nachdem er zeitweise auf 6994 Punkte zurückfiel. Finanzwerte brechen ein, Commerzbank liegen fünf Prozent im Minus. Besonders die Aktien aus der Versicherungsbranche gerieten unter Druck, da in deren Portfolios besonders viele Anleihen vermutet werden: So fielen die Aktien der Allianz um 4,8 Prozent, die Titel des französischen Konkurrenten Axa verloren knapp sechs Prozent. die Münchener Rück 2,3 Prozent.

Auch in Paris und London kannten die meisten Aktienkurse nur den Weg nach unten: der FTSE-Index rutschte um 2,1 Prozent, der CAC40 um 2,3 Prozent ab. Der Eurostoxx 50 verlor 2,4 Prozent. Neben den USA machten ein weiterer Schritt Chinas, Inflation und Wachstum zu drosseln, sowie Spekulationen auf eine Umschuldung Griechenlands die Anleger vorsichtig.

Die US-Märkte starteten tief im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,8 Prozent nach auf 12115 Punkte. Zu den Kursverlierern zählten Rohstofftitel. Caterpillar-Aktien verloren 4,5 Prozent, Bank of America 4,1 Prozent, Alcoa 3,8 Prozent.

Anleger werden nervös

An den Aktienmärkten weltweit steigt die Volatilität: Ein Anzeichen für die hohe Nervosität der Anleger. Der Dollar reagierte dagegen nur kurz auf die Nachricht. So erholte sich der Euro vorübergehend auf über 1,43 Euro, doch nahm dann die Talfahrt wieder auf und wurde am Nachmittag mit 1,4260 Dollar bewertet. Händler erklärten, an den Devisenmärkten überwiege die Sorge um Griechenland und Portugal. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die griechische Regierung die Europäische Union (EU) und Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine Umschuldung gebeten.

In Athen wurde zwar dementiert, doch in Berlin verlautete aus Koalitionskreisen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung Griechenlands in Teilen der Bundesregierung als sehr hoch eingeschätzt wird. Nach dem Wahlsieg der rechtspopulistischen Partei "Wahre Finnen" fürchten zudem viele Investoren eine Blockade des schon geschnürten Rettungspaketes für Portugal.

In Zeiten überschuldeter Staaten und volatiler Währungen suchen Anleger einen sicheren Hafen. Dazu zählen viele Gold. Der Preis für die Feinunze sprang um 0,9 Prozent auf 1497 Dollar je Feinunze in die Höhe.

Kommentare (2)

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geplanter-Crash

18.04.2011, 18:52 Uhr

Bisher viel heisse Luft.
Wer nicht total verbödet ist der weis doch eh wie es um die USA steht. Weiterhin wird viele Fiat Money in die Märkte gepumpt, sonst wäre schon lange Ende.....
Usa sparen - was ein Witz !!! Opium für das tumbe Volk.
Ausserdem ist eh der weltweite Crash eingeplant....nur ne Frage wann genau die "Eliten" befinden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre......

Fortunatus

18.04.2011, 19:30 Uhr

Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen. Wer klug ist, weiß was die Stunde geschlagen hat und ist längst in Gold und Silber investiert. Die Kurse werden nach Norden abziehen, da wo die "Wahren Finnen" wohnen.
Herrn Timo Soini ein herzliches Dankeschön.

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