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30.09.2013

15:49 Uhr

Soros-Vertrauter warnt

„Japan wird nicht bis 2020 überleben"

Der Internationale Währungsfonds prognostiziert einen enormen Anstieg von Japans Staatsverschuldung. „Es wird zu einer Finanzkrise kommen“, meint Experte Takeshi Fujimaki, ein ehemaliger Mitarbeiter von George Soros.

Ein Man sitzt am Ufer in der Nähe des Hafens in Tokio. Japan leidet derzeit unter einer enormen Staatsverschuldung. Reuters

Ein Man sitzt am Ufer in der Nähe des Hafens in Tokio. Japan leidet derzeit unter einer enormen Staatsverschuldung.

TokioTakeshi Fujimaki hält eine Haushaltskrise in Japan für unausweichlich. Weder eine Anhebung der Mehrwertsteuer noch die Olympischen Spiele 2020 können das aufhalten, sagte der ehemalige Berater von Milliardär George Soros, der nun Mitglied des japanischen Oberhauses ist.

„Ich habe mich dazu entschlossen, Politiker zu werden, denn ich denke, es wird früher oder später zu einer Finanzkrise kommen“, erklärte Fujimaki letzte Woche im Interview mit Bloomberg News. „Die Gesamtverschuldung wird weiter steigen. Ich denke nicht, dass Japan bis 2020 überleben kann.”

Die Rendite der japanischen Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit wird seiner Einschätzung nach auf 70 Prozent in die Höhe schießen - basierend auf der Entwicklung in Russland, als das Land im Jahr 1998 Anleihen nicht mehr bediente. Die Rendite der japanischen Benchmark-Anleihe ist derzeit mit 0,68 Prozent die niedrigste der Welt, und die Kosten zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall liegen nahe einem Viermonatstief bei 62 Basispunkten.

Bevor Ministerpräsident Shinzo Abe im Dezember wieder an die Macht kam, entwarf seine Liberaldemokratische Partei 2011 einen als Projekt „X-Day“ bekannten Plan, mit dem ein möglicher Zusammenbruch am Anleihemarkt verhindert werden soll. Die öffentliche Verschuldung belief sich in dem Jahr auf 924,4 Billionen Yen (6,9 Billionen Euro) und ist seither auf über eine Billiarde Yen angeschwollen - ein globaler Rekord.

„Es ist unausweichlich, dass es zu einem riesigen Schlamassel kommen wird“, sagte Fujimaki, der beim Wahlgang am 21. Juli für die Partei der Restauration Japans ins Oberhaus gewählt wurde.

Mit seiner als „Abenomics“ bezeichneten Wirtschaftspolitik will der Ministerpräsident die seit 15 Jahren währende Deflation im Lande überwinden. Seine Politik setzt auf die „drei Pfeile“ Konjunkturpakete, wachstumsfördernde Reforminitiativen und geldpolitische Lockerung.

Kommentare (32)

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Account gelöscht!

30.09.2013, 16:19 Uhr

Die Dflation kommt erst noch....

RDA

30.09.2013, 16:25 Uhr

NA wie schön, dass wir alle jeden Tag mehr Geld in den Finanzsektor schaufeln mit unserer tollen kapitalgedeckten Alters- Kranken- und Pflegevorsorge. Wer wird wohl für die vielen alten Menschen aufkommen, wenn der Fall eines Falles eintritt und sich die Deckungsstöcke der Versicherer in Luft auflösen wegen Haircuts, Inflation, Wechselkursverlusten oder schlicht dem Auseinanderbrechen des Euro? Nicht zufällig der Lohnsteuer- und Umsatzsteuerzahler?

Account gelöscht!

30.09.2013, 16:40 Uhr

Die überheblichen Japaner gehen den Weg alles Irdischen....direkt in den Bankrott.

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