Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2015

19:31 Uhr

Späte Zinswende

S&P nahe Rekordhoch

Die gedämpfte wirtschaftliche Entwicklung mache eine Zinswende unwahrscheinlich, glauben Anleger. Trotz leicht verschlechterter Daten blieben die US-Börsen stabil. Besonders beliebter Titel: Best Buy.

US-Händler sehen die Zinswende weiter in Ferne rücken. AP/dpa

US-Händler sehen die Zinswende weiter in Ferne rücken.

Die Aussicht auf eine anhaltende Niedrigzinsphase hat die Wall Street am Donnerstag gestützt. Schwache Konjunkturdaten untermauerten die Einschätzung vieler Investoren, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FED) sich mit ihren Zinserhöhungen Zeit lassen wird. Wie aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung hervorgeht, hielten die Notenbanker zuletzt eine Zinswende bereits im Juni für verfrüht.

Immer mehr Börsianer stellen sich inzwischen die Frage, ob der Schritt überhaupt noch 2015 kommen wird. Denn die wirtschaftliche Entwicklung bleibt gedämpft. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen vergangene Woche etwas höher aus erwartet. Außerdem gingen die Verkäufe bestehender Eigenheime im April überraschend zurück. "Ich bezweifle, dass wir eine Zinsanhebung in diesem Jahr sehen werden", sagte Portfoliomanager Paul Nolte von Kingsview Asset Management.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte notierte im frühen New Yorker Nachmittagshandel 0,1 Prozent höher bei 18.303 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,3 Prozent auf 2132 Zähler und lag damit nahe seines jüngsten Rekordhochs. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 5091 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent bei knapp 11.865 Punkten. Gestützt wurde er unter anderem von Kursverlusten des Euro. Sie verbessern die Exportchancen europäischer Firmen.

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

Mit einem Kursaufschlag von 5,5 Prozent standen Best-Buy-Papiere weit vorne auf der Gewinnerliste an der Wall Street. Dank florierender Geschäfte mit Smartphones und großen Flachbild-Fernsehern fielen Gewinn und Umsatz des größten US-Elektronikhändlers besser aus als erwartet.

Die Aktien des Software-Herstellers Salesforce legten 4,1 Prozent zu. Der SAP-Rivale, der im Zentrum von Übernahmespekulationen steht, kehrte nach längerer Durststrecke in die Gewinnzone zurück.

Ebenfalls im Blickpunkt stand die Medizinbranche mit einer neuen Milliarden-Übernahme: Angesichts des harten Preiskampfes kauft die zweitgrößte US-Drogeriemarkt-Kette CVS Health den Pharma-Dienstleister Omnicare einschließlich Schulden für 12,7 Milliarden Dollar. CVS-Papiere zogen 3,4 Prozent an, Omnicare-Titel 1,7 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×