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16.10.2012

11:19 Uhr

Spanien-Anleihen

Günstiges Geld trotz Rating-Ärger

Spanien zapft erfolgreich den Kapitalmarkt an. Die Renditen für seine Anleihen sinken. Dabei hatte es kurz zuvor noch einen ordentlichen Denkzettel von der Ratingagentur Standard & Poor's gegeben.

Spanische Euromünze. Die Krise belastet vor allem die Banken. dpa

Spanische Euromünze. Die Krise belastet vor allem die Banken.

MadridTrotz der Herabstufung seiner Bonitätsnote kann Spanien Investoren bei der Kreditaufnahme mit niedrigeren Renditen ködern als zuletzt. Das hoch verschuldete Land verkaufte am Dienstag Anleihen über insgesamt rund 4,9 Milliarden Euro. Dabei sank die Durchschnittsrendite von 18-Monats-Papieren leicht auf 3,022 Prozent von zuvor 3,072 Prozent. Die Rendite für einjährige Papiere fiel auf 2,823 Prozent nach 2,835 Prozent bei einer vorigen Emission.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit Spaniens vorige Woche um zwei Stufen auf BBB-Minus gesenkt. Am Dienstag bewerteten die Experten nun auch die Bonität von 15 Banken des Landes schlechter. Die Ratings der beiden größten spanischen Banken Santander und BBVA versah die Agentur je mit einem negativen Ausblick und begründete dies mit der schlechteren Bewertung Spaniens.
Die Euro-Zone rechnet nach den Worten ranghoher Vertreter im November mit einem Antrag Spaniens auf Hilfen durch den Euro-Rettungsschirm ESM. Dies verlautete am Wochenende beim Gipfel von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF). "Ich bin sicher, dass es dann passieren wird - im November", hatte ein mit der Sache vertrauter Vertreter der Euro-Zone in Tokio gesagt.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

Zu den betroffenen Banken zählen die Branchengrößen Santander und BBVA, wie S&P am Dienstag mitteilte. Die beiden Banken hatten dank ihres stabilen Auslandsgeschäfts die Probleme auf dem Heimatmarkt bislang vergleichsweise gut weggesteckt, mussten aber zuletzt wegen der Immobilienkrise viel Geld zurücklegen.

S&P wertete sie nun wie zuvor den spanischen Staat um zwei Stufen ab. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt damit, dass das Risiko für die Banken von der Lage Spaniens abhänge. Eine deutlich höhere Bewertung für die Banken als für den Staat sei nicht gerechtfertigt. Die Bonitätsnote des Landes hatte S&P in der vergangenen Woche von „BBB+“ auf „BBB-“ reduziert. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Der Ausblick bleibt zudem negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Santander notiert nun noch bei „BBB“ - zwei Stufen über Ramschniveau. BBVA steht bei „BBB-“ und damit nur noch eine Stufe vor dem Abstieg in die Kategorie der spekulativen Anlagen. Der Ausblick ist bei beiden negativ. Weitere neun Banken mussten ebenfalls Federn lassen.

Eine Überraschung ist die Abwertung der Banken nicht. Die Ratingagenturen hatten in der Schuldenkrise nach einer Abstufung der Kreditwürdigkeit eines Staates auch immer kurze Zeit später den Daumen über den Banken des Landes gesenkt. Ein schwächeres Rating führt in der Regel dazu, dass die Zinsen für geliehenes Geld steigen.


Kommentare (7)

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Numismatiker

16.10.2012, 09:59 Uhr

"S&P stuft spanische Banken herunter"

Welch' großes Wunder.

Account gelöscht!

16.10.2012, 10:17 Uhr

Ach, haben die Finanzschafe ihre Zins-Hirten mal wieder losgeschickt. Dann wächst das Gras der Wiesen sicher wieder schneller - lol, besonders auf den heimischen Wiesen.

puenktli

16.10.2012, 11:35 Uhr

Ich frage mich, wie tief die Disfunktionalität der gesteuerten Märkte noch gehen muss. Damit vertreibt man ja alles, was in irgend einer Weise noch umsichtig und zuverlässig investieren möchte. What a chaos!

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