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10.03.2011

09:33 Uhr

Spanien herabgestuft

Moody's schürt neue Sorgen an den Märkten

Ab morgen beraten Europas Staats- und Regierungschefs über eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise. Der Druck ist groß, denn die Nervosität an den Märkten steigt wieder. Die Ratingagentur Moody's trägt ihren Teil dazu bei.

Die Krise des Euros ist noch nicht ausgestanden. Quelle: dpa

Die Krise des Euros ist noch nicht ausgestanden.

DüsseldorfDie US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Spanien um eine Note gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde von „Aa1“ auf „Aa2“ reduziert, teilte Moody's am Donnerstag mit. Der Ausblick bleibe negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Moody's begründete die Herabstufung vor allem mit den Problemen im spanischen Sparkassensektor. Die Kosten einer Restrukturierung könnten höher ausfallen als bisher von der Regierung erwartet. Dies könnte das Staatsdefzit erhöhen.

Die Ratingagentur zweifelt zudem an der Fähigkeit der spanischen Regierung, die erforderliche Verbesserung der Staatsfinanzen zu erreichen. Sie verweist auf die große Bedeutung der Haushalte der Regionen. Zudem dürfte das Wirtschaftswachstum moderat bleiben.

Spanien bleibe auch verwundbar durch mögliche Verwerfungen an den Märkten. Dies gelte nicht nur für den Gesamtstaat, sondern auch für die Regionen und Banken.

„Aa2“ ist aber immer noch die drittbeste Note der Agentur. Spanien wird damit weiter deutlich besser bewertet als andere finanzschwacher Länder wie Griechenland oder Irland. Zuletzt hatte aber auch die Rating-Agentur Fitch den Ausblick für Spanien auf negativ herabgestuft.

An den Märkten geriet der Euro nach der Entscheidung unter Druck und fiel auf ein Tagestief von 1,3802 US-Dollar. Die Risikoaufschläge für zehnjährige spanischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Papieren legten auf 230 Basispunkte zu. Die Herabstufung sorgte zudem für eine Flucht in die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen. Die Rendite der Bundesanleihen gleicher Laufzeit fiel um fünf Basispunkte auf 3,24 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future kletterte um 46 Basispunkte auf 122,05 Prozent. Diese verzeichneten kräftige Kursgewinne. Auch US-Treasuries legten zu. An den Aktienmärkten fielen die Kurse deutlich zurück: Der Dax gab in Frankfurt gut ein Prozent nach, in Madrid gaben Aktien der Großbanken BBVA und Banco Santander deutlich nach.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone beraten am Freitag auf einem Sondergipfel über eine dauerhafte Lösung für die Schuldenkrise. Der Druck ist angesichts der wieder stärkeren Unsicherheit an den Märkten groß. Zuletzt hatte Moody's bereits Griechenland um drei Noten herabgestuft. Zudem musste Portugal für die Emission neuer Anleihen am Mittwoch einen massiven Zinsaufschlag zahlen, um Investoren für die Papiere zu gewinnen.

Kommentare (7)

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Gastkritiker

10.03.2011, 10:36 Uhr

Moody's ? Sind das nicht die diese "Wirtschaftsexperten" die eine Jahrhundertwirtschaftskrise nicht erkannten als Sie bereits mittendrin steckten? Dieselben "Experten" die den USA Bestnoten ausstellen während die Verschuldung der USA gegenwärtig um den Rekordwert von 1 Billiarde Dollar in 10 Monaten wächst.?

Cui bono?

typisch

10.03.2011, 11:56 Uhr

Natürlich muß man weiterhin die Unsicherheit über doe Finanzlage der europäischen Länder aufrecht erhalten, damit man das Rating der Drecksamis nicht herunter stufen muß- was nur eine logische Konsequenz wäre, wenn man betrachtet, dass nahezu jeder US Staat Pleite ist. Wann wird endlich Europa seine eigene Ratingagentur installieren und sich von diesen Idioten der amerikanischen Ratingagenturen unabhängig machen? Die sollen sich selber erstmal korrekt bewerten, dann kann ich bei anderen vor der Tür kehren. Ich habe das so satt, aber die doofen Deutschen- unsere Kanzlerein allen voran, kriecht denen ja noch in den Hintern....

Martin

10.03.2011, 11:56 Uhr

Die meisten EU Länder sind faktisch pleite.
Dazu braucht es keine korrupten Ratingagenturen !
Doch die Masse der Schafe lässt sich weiter für dumm verkaufen......

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