Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2013

14:57 Uhr

Spanien und Italien

Anleihen profitieren von EZB-Versprechen

Deutsche Bundesanleihen sind bei Investoren weniger gefragt. Anleger trauen sich mehr und greifen bei spanischen und italienischen Anleihen zu, weil EZB-Direktoriumsmitglied Coeuré viel verspricht.

Menschen halten Flaggen vor der EZB. Anleger greifen bei Südstaatenanleihen zu. dpa

Menschen halten Flaggen vor der EZB. Anleger greifen bei Südstaatenanleihen zu.

FrankfurtItalien darf sich trotz Zypern-Krise und prekärer politischer Umstände über sinkende Finanzierungskosten freuen. Um sich für sechs Monate 8,5 Milliarden Euro zu leihen, musste die drittgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum Investoren am Dienstag deutlich niedrigere Zinsen bieten als zuletzt. Das geht aus Angaben der italienischen Schuldenagentur in Rom hervor. Gegenüber der letzten Versteigerung am 26. Februar sanken die Zinsen für die kurzlaufenden Staatstitel von 1,24 auf 0,83 Prozent.

Nach chaotischen Parlamentswahlen ohne klare Mehrheiten bleibt die politische Lage in Italien unübersichtlich. Dass keine stabile Regierung in Sicht ist, schreckt Investoren bislang aber offenbar kaum ab. Und das, obwohl sich zudem hartnäckig Gerüchte über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's am Markt halten. Zur Wochenmitte will Rom Staatsanleihen mit fünf- und zehnjähriger Laufzeit an den Markt bringen und weitere bis zu sieben Milliarden Euro aufnehmen.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist am Dienstagvormittag um drei Basispunkte auf 1,35 Prozent gestiegen, nachdem sie am Vortag um fünf Basispunkte zurückgegangen war. Der Bund Future fiel um zwölf Basispunkte auf 144,60 Prozent.

Anleihen aus Italien und Spanien waren dagegen gefragter. Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen ging um sechs Basispunkte auf 4,90 Prozent zurück, entsprechende italienische Bonds rentierten mit 4,53 Prozent acht Basispunkte niedriger.

Stützend für Peripheriebonds wirkten Äußerungen von EZB- Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré, die Europäische Zentralbank werde den Euro mit allen Mitteln verteidigen.

Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries war mit 1,93 Prozent gut einen Basispunkt höher.

Italien begab am Vormittag Sechs-Monats-Papiere im Volumen von 8,5 Mrd. Euro. Die Durchschnittsrendite lag bei 0,831 Prozent, nach 1,237 Prozent am 26. Februar.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.03.2013, 14:43 Uhr

Nun, dass Versprechen muss man sich etwas genauer anschauen. Das primäre Geschäftsmodell auf Zypern lautet jetzt nämlich: Wir boykottieren deutsche Waren.
Nachzulesen in allen Zeitungen. Danach kommt als nächstes Geschäftsmodell: Wir verjagen Touristen. Dann kommt das nächste Geschäftsmodell mit 50% Arbeitslosigkeit.
Und dann kommt das richtige Geschäftsmodell: Der Austritt aus dem Euro, um wieder konkurrenzfähig zu werden, vgl. www.fortunanetz. Der Rettungsdplan war ein Beipackzettel zur absoluten Verarmung. Nicht umsonst ist auf der website der katholischen Kirche zu lesen, dass Zypern aus dem Euro austreten soll. Da hat das Oberhaupt der orthodoxen Kirche eindeutig mehr Ahnung von Volkswirtschaftslehre als die gesamte Trioka samt EZB-Mitgliedern. Bald haben wir in allen Südländern steigende Arbeitslosenzahlen, da kann man auf die Rettung des Euro nur gespannt sein!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×