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18.05.2012

15:35 Uhr

Spanische Banken

Moody's holt zum Rundumschlag aus

Die US-Ratingagentur Moody's straft die spanischen Banken ab. Dabei erwischt es auch Schwergewichte wie Santander. Für Spanien kommt das Urteil zu einem heiklen Zeitpunkt. An den Finanzmärkten geht die Angst um.

Börse in Madrid: Moody's senkt in Eurokrise Daumen über Spaniens Banken. dpa

Börse in Madrid: Moody's senkt in Eurokrise Daumen über Spaniens Banken.

Moody's hat 16 spanische Banken herabgestuft, darunter von Banco Santander und BBVA. Die Kreditwürdigkeit der Geldinstitute habe sich um eine bis drei Stufen verschlechtert, teilte die Ratingagentur am Donnerstag in Madrid mit.

Die Möglichkeit der Regierung zur Stützung einzelner Banken habe sich verschlechtert, mahnten die Bonitätswächter. Spanien geht nun in die Offensive: Mit Hilfe namhafter Wall-Street-Häuser will die Regierung heimische Banken durchleuchten und damit Vertrauen an den Märkten zurückgewinnen.

Wie Reuters aus spanischen Regierungskrisen erfuhr, soll Goldman Sachs eine unabhängige Bewertung der Problembank Bankia liefern. In Finanzkreisen hieß es, die US-Firmen BlackRock und Oliver Wyman sollten zudem die gesamte Finanzindustrie des Landes einem Stresstest unterziehen und sich danach die einzelnen Banken genauer anschauen. Die Regierung will die fatale Immobilienkrise des Landes mit massiven Eingriffen in den Bankensektor in den Griff bekommen. Sie hat den Bedarf unterkapitalisierter Banken an zusätzlichen Geldspritzen des Staates auf weniger als 15 Milliarden Euro taxiert.

Das Einschalten unabhängiger Prüfer gilt als Kernstück, um den Märkten Klarheit über die tatsächlich in den Bilanzen schlummernden Risiken zu verschaffen. Die Banken zwischen Bilbao und Barcelona sitzen nach der 2008 geplatzten Blase am Häusermarkt auf einem Berg von Immobilien-Krediten in Höhe von 307 Milliarden Euro - Darlehen im Volumen von 184 Milliarden Euro gelten als problematisch.

Der Tag an den Märkten (Stand 14:30 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der Paukenschlag aus New York sorgte für einen Kursrutsch an den Asien-Börsen. Auch der Dax in Frankfurt driftete deutlich ins Minus. „Es ist ein einziges Trauerspiel“, stöhnte ein Händler. Nach Griechenland rücke nun auch Spanien immer stärker in den Fokus. Erst am Dienstag hatte die Agentur auch zu einem Rundumschlag in der italienischen Bankenbranche ausgeholt und 26 Geldhäuser herabgestuft. Die Renditen auf zehnjährige Anleihen aus Madrid lagen weiterhin deutlich über der kritischen Sechs-Prozent-Marke. „Die Märkte signalisieren offenbar wachsende Zweifel, ob Spanien und Italien ihre Schuldenlast werden tragen können und wollen“, warnte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Er verweist darauf, dass die private und öffentliche Auslandsverschuldung Spaniens größer ist als die von Griechenland, Portugal, Irland und Italien zusammen genommen. Ministerpräsident Mariano Rajoy sieht das Land wegen der hohen Refinanzierungskosten in einer „schwierigen und komplizierten Lage“.

Kommentare (1)

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MMaier

18.05.2012, 15:53 Uhr

Spanien wird ziemlich sicher auch noch zusammenbrechen. Die Banken sitzen auf faulen Immobilienkrediten in Höhe von 180 Milliarden Euro...

http://mmaier.bplaced.net/2012/05/nach-griechenland-folgt-spanien-der-dominoeffekt/

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