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26.01.2007

14:19 Uhr

Special: „Investieren in Zukunftstechnologien“

„Es geht um Effizienz und Skalenerträge“

Fünf Fragen zum Thema Zukunftstechnologien an Christian Hefti, Leiter Wealth Management Research der UBS Deutschland AG.

Warum sind Zukunftstechnologien ein Thema für Privatanleger?

Der Begriff Zukunftstechnologie ist etwas irreführend. Es geht in der großen Masse nicht um bahnbrechende neue Technologien, sondern um Effizienz und Skalenerträge. Es geht auch darum, durch Preiswahrheit für fossile und alternative Energieträger ein ebenes Spielfeld zu bereiten. Dieser Prozess wird nebst unserem Energiekonsumverhalten auch die Preise für Energie beeinflussen – und so gesehen können Investitionen in alternative Technologien einen gewissen Schutz dagegen bieten.

In welchen Bereichen sehen Sie Anlagechancen – und warum?

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass das regulatorische Umfeld, speziell in Deutschland, die Sonnen- und Windenergie begünstigt. Diese Branchen sind auch seit Jahren etabliert. Die Aktienkurse nehmen allerdings mitunter einiges an der künftigen Entwicklung vorweg. Es ist kaum zu erwarten, dass die erneuerbaren Energien ihren Anteil am Pro-Kopf-Verbrauch drastisch steigern können, vielmehr muss der Gesamtenergieverbrauch pro Kopf sinken. Und dies kommt durch die Verwendung von energieeffizienten Technologien und entsprechenden Anwendungen zu Stande. Thermische Isolation, Heizungen, Kühlungen, Haushaltapparate mit verbesserter Effizienz, gewichtssparende Verbundwerkstoffe und Gebäudetechnik sind meiner Meinung nach Bereiche mit großen Möglichkeiten.

Welche Chancen und Besonderheiten bieten Investments in Zukunftstrends generell?

Viele in diesem Bereich tätigen Unternehmen sind sehr klein und zum Teil erst im Experimentierstadium. Es bietet sich aber auch die Chance, an einer Konsolidierung dieser Branchen teilzuhaben. Anders als in etablierten und einer breiten Öffentlichkeit vertrauten Bereichen der Wirtschaft können sich im Bereich von alternativen Energien und neuen Technologien die Rahmenbedingungen rascher verändern. Außerdem ist die unmittelbare Interpretation der neuen Situation schwieriger. Das müssen Anleger wissen, wenn sie einen Teil ihres Gelds in Zukunftstrends investieren wollen.

Welche speziellen Risiken müssen Anleger bei diesen Investments zusätzlich im Auge behalten?

Änderungen im regulatorischen Umfeld, vor allem Änderungen in Anreizsystemen, stellen neben unternehmensspezifischen Faktoren das größte Risiko dar. Daneben sind hohe Wertschwankungen der Anlagen sowie ein großes Rückschlagpotenzial charakteristisch und nicht zu unterschätzen. Dies bedeutet, dass man derartige Investitionen nur im Rahmen eines ausreichend diversifizierten Portfolios als Beimischung aufnehmen sollte.

Welche Möglichkeiten haben Anleger, in Zukunftstechnologien zu investieren?

Anleger können entweder direkt in einzelne Aktien der betreffenden Unternehmen investieren. Oder sie wählen einen Themenfonds. Daneben gibt es eine Reihe von verschiedenen Zertifikaten, die sich für ein solches Investment anbieten.

Die Fragen stellte Petra Hoffknecht.

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